Der Takt der Schritte auf dem Parkett verlangsamt sich unweigerlich, wenn die Jahre vergehen. Genau an diesem Punkt im Leben setzt der im Landkreis Fürth lebende Schriftsteller Ewald Arenz mit seinem neuen Roman «Fünf, sechs, sieben, acht» an. Das Werk kommt am 16. Juni 2026 auf den Markt und rückt einen Protagonisten in den Fokus, der den Zenit seiner körperlichen Leistungsfähigkeit bereits überschritten hat. Der 60-jährige Anton ist von Beruf Stepptänzer. Er kompensiert seine nachlassende Schnelligkeit durch jahrzehntelange Erfahrung und eine enorme Bühnenpräsenz. Die harte Realität holt ihn jedoch ein, als eine neue Intendantin die Leitung seines Theaters übernimmt. Sie vergibt den fest ersehnten Posten der Choreografie nicht an ihn, sondern engagiert stattdessen seine eigene Tochter Emma.
Diese weitreichende Entscheidung markiert den Beginn einer tiefgreifenden persönlichen Krise für den Tänzer. Anton verbirgt seine wahren Gefühle nach außen hin hinter einer festen Fassade. Im Inneren kämpft er jedoch massiv mit Verletzung und Wut, spürt aber gleichermaßen einen tiefen Stolz auf Emmas beruflichen Aufstieg. Durch die berufliche Zurückweisung wird ihm seine eigene Endlichkeit bewusst. Zum ersten Mal setzt er sich ernsthaft mit dem fortschreitenden Prozess des Älterwerdens auseinander und zieht eine kritische Bilanz über sein bisheriges Leben.
Inmitten dieser Sinnsuche kehren die Gedanken des 60-Jährigen immer wieder zu einer Frau namens Jo zurück. Sie war eine große Liebe in seiner Vergangenheit, verschwand damals jedoch ohne jede Spur. Anton fragt sich nun, ob ein Leben mit ihr einen besseren Verlauf genommen hätte. Die Handlung gewinnt deutlich an Fahrt, als seine Tochter Emma überraschend auf handfeste Informationen über Jos Verbleib stößt. Kurzerhand reisen Vater und Tochter gemeinsam nach Irland, um dieser vielversprechenden Spur zu folgen.
Die Reise in das fremde Land wird zu einem Katalysator für die komplizierte Beziehung der beiden. Die räumliche Enge und die emotionale Ausnahmesituation lassen alte Konflikte zwischen Anton und Emma wieder schonungslos aufbrechen. Fernab des gewohnten Theateralltags muss sich der Stepptänzer nun seinen eigenen Fehlern stellen. Er begreift im Verlauf der irischen Reise, dass das Leben erst dann vorbei ist, wenn es wirklich endet, und dass jeder verbleibende Tag aktiv gestaltet werden will.
Mit dieser Geschichte greift der 1965 in Nürnberg geborene Ewald Arenz klassische Themen auf, die viele Menschen ab der Lebensmitte beschäftigen. Der studierte Historiker und Literaturwissenschaftler, der fest in der Fürther Kulturszene verwurzelt ist und im Hauptberuf an einem Nürnberger Gymnasium lehrt, knüpft damit an seine bisherigen Bestseller an. Seine Werke «Alte Sorten» und «Der große Sommer» bescherten ihm bereits große Aufmerksamkeit im Literaturbetrieb. Auch seine jüngeren Veröffentlichungen «Zwei Leben» und «Katzentage» festigten seinen Ruf als genauer Beobachter menschlicher Beziehungen.
«Fünf, sechs, sieben, acht» erscheint als Hardcover mit einem Umfang von 256 Seiten für 25,00 Euro. Der Verlag bietet zeitgleich eine digitale E-Book-Fassung für 20,99 Euro sowie ein Hörbuch für 24,99 Euro an. ISBN: 978-3-7558-1187-9
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