Bei seiner sechsten Plenarsitzung debattierte der Fürther Jugendrat den Beschlussantrag mit dem Titel «Umwelt schützen, Böllern vermeiden». Im Zentrum der Sitzung stand die Frage, ob die Stadt das Zünden von typischem Silvesterfeuerwerk weitgehend unterbinden soll.
Der Ausschuss für Sport und Gesundheit hatte den Antrag eingebracht. Als Begründung für ein mögliches Verbot wurden «enorme Schäden für Umwelt, Tier und Mensch» angeführt. Rund 30 Gäste verfolgten die Diskussion der zwölf Mitglieder des Jugendrates. Die Vorsitzenden, Günay Akgün und Alexander Bohn, merkten an: «So viele Anwesende hatten wir noch nie bei einer Sitzung des Jugendrates».
Während der Debatte traten rechtliche und praktische Bedenken zutage. Die bayerische Landtagsabgeordnete der CSU, Petra Guttenberger, erklärte, dass der Freistaat keine Feuerwerksverbote beabsichtige. Sie betonte während der Sitzung mehrfach: «Man darf die Leute nicht mit Verboten gängeln». Der als Gast anwesende Sebastian Scheicher wies darauf hin, dass ein ausgesprochenes Verbot bereits durch ein Gerichtsurteil gekippt worden sei. Birgit Bayer-Tersch, Mitglied im Fürther Stadtrat, plädierte für die Einhaltung bestehender Regeln: «Am besten wäre es doch, wenn sich einfach alle an die erlaubten Zeiten halten würden.»
Auch innerhalb des Jugendrates sowie im Vorfeld der Sitzung gab es unterschiedliche Meinungen. Die Vorsitzende des Ausschusses für Mobilität und Umwelt gestand: «Ich liebe Feuerwerk». Auf der Plattform Instagram hatte ein Mitglied des Jugendrates zuvor angekündigt, mit ganzer Kraft gegen ein Verbot kämpfen zu wollen, während ein anderer Nutzer dem Rat «Allmachtsfantasien» vorwarf. Ein Gast der Sitzung argumentierte, dass verantwortungslos handelnde Personen trotz eines Verbots Feuerwerk zünden würden, dann vielleicht sogar aggressiver.
Mit zehn Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde schließlich folgende Beschlussformel verabschiedet: „Die Stadt Fürth erlässt eine Allgemeinverfügung, die das Zünden von Feuerwerk (Kategorie F2) auf dem Gebiet der Stadt Fürth, wo es rechtlich möglich ist, verbietet. Dafür organisiert die Stadt ein zentrales Feuerwerk. Das Verbot soll sich wenigstens auf die folgenden Gegenden erstrecken: Fürther Freiheit und Altstadt, insbesondere: Grüner Markt.“ Als Alternative zu einem Verbot wird vorgeschlagen, dass die Stadt Fürth zum Neujahrsfest eine Drohnen- oder Lasershow veranstaltet, ohne dass es aber ein direkte Verbot gibt.
Der Antrag geht nun zur Beratung an den Fürther Stadtrat.
7.7°C | Klarer Himmel 
