In vielen deutschen Kellern hängt die Digitalisierung noch hinter dem Zeitplan hinterher, doch in Fürth zeigt die Kurve deutlich nach oben. Während bundesweit zahlreiche Messstellenbetreiber damit kämpfen, die gesetzlichen Ausbauziele für intelligente Messsysteme zu erreichen, meldet der lokale Netzbetreiber infra fürth GmbH einen signifikanten Vorsprung. Laut aktuellen Daten der Smart-Meter-Initiative, die auf Zahlen der Bundesnetzagentur aus dem dritten Quartal 2025 basieren, liegt die Quote der installierten Smart Meter in der Kleeblattstadt weit über dem Bundesdurchschnitt.
Das Herzstück der modernen Stromversorgung ist klein, digital und entscheidet maßgeblich darüber, wie effizient Haushalte künftig erneuerbare Energien nutzen können. Ein Smart Meter ermöglicht es, den Stromverbrauch in Echtzeit zu erfassen und an den Netzbetreiber sowie den Stromanbieter zu übermitteln. Damit wird die Grundlage für dynamische Stromtarife geschaffen. Diese Tarife erlauben es Verbrauchern, elektrische Energie dann zu beziehen, wenn sie durch viel Wind oder Sonne besonders günstig und in großen Mengen im Netz verfügbar sind.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die infra fürth GmbH hat zum Stichtag im dritten Quartal 2025 bereits 35,6 Prozent der Haushalte, die unter den gesetzlichen Pflicht-Rollout fallen, mit der neuen Technik ausgestattet. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller grundzuständigen Messstellenbetreiber in Deutschland lag zum selben Zeitpunkt bei lediglich 20,2 Prozent. Damit hat der Fürther Versorger die gesetzliche Vorgabe, die bis zum 31. Dezember 2025 eine Quote von 20 Prozent für diese Kundengruppe vorsah, bereits frühzeitig und umfassend übertroffen.
Die Einbaupflicht betrifft seit dem 1. Januar 2025 vor allem Haushalte mit einem hohen Jahresstromverbrauch sowie Besitzer von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen. Dazu zählen insbesondere Wärmepumpen und Wallboxen für Elektroautos. Für das Gelingen der Energiewende gelten diese digitalen Zähler als unverzichtbar, da sie helfen, die schwankende Erzeugung aus regenerativen Quellen mit dem Bedarf der Verbraucher zu synchronisieren.
Trotz der klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen hängen viele Netzbetreiber in Deutschland dem Zeitplan hinterher. Miriam Ehrlinspiel von der Smart-Meter-Initiative betont in diesem Zusammenhang, dass Smart Meter die Voraussetzung dafür seien, dass Haushalte Strom genau dann günstig nutzen können, wenn dieser dank viel Sonne oder Wind besonders preiswert und grün im Netz vorhanden ist.
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