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Fahrräder in der Zenn und Giftmüll in Fürth: Ehrenamtliche im Einsatz für saubere Gewässer

23. März 2026 , ,
Taucher der Wasserwacht Langenzenn bargen bei der Aktion «Saubere Landschaft» Unrat aus der Zenn – darunter Fahrräder, Flaschen und Sperrmüll. (Foto: BRK Fürth)Taucher der Wasserwacht Langenzenn bargen bei der Aktion «Saubere Landschaft» Unrat aus der Zenn – darunter Fahrräder, Flaschen und Sperrmüll. (Foto: BRK Fürth)

Am vergangenen Samstag verlegte die Wasserwacht-Ortsgruppe Langenzenn ihren Einsatzort kurzerhand unter die Wasseroberfläche. Vier ehrenamtliche Mitglieder bargen tauchend diversen Unrat aus der Zenn. Zwischen dem Bereich am Edeka-Markt und der Allee holten die Rettungsschwimmer unter anderem zwei Fahrräder, ein Wahlplakat, einen Lederkoffer, zahlreiche benutzte Windeln, Flaschen sowie eine Eisenstange aus dem Fluss. Damit leistete das Team einen aktiven Beitrag zum Gewässer- und Umweltschutz, welcher ein zentraler Bestandteil der Arbeit der Wasserwacht ist.

An Land erfuhren die Taucher tatkräftige Unterstützung durch die jüngeren Mitglieder. Kinder und Jugendliche der ehrenamtlichen Rotkreuzgemeinschaft sammelten gemeinsam mit ihren Jugendleitern und Gruppenleitern Müll ein. Die Wasserwacht bildet eine der fünf ehrenamtlichen Gemeinschaften des Bayerischen Roten Kreuzes. Im BRK-Kreisverband Fürth engagieren sich derzeit knapp 800 Mitglieder in den vier Ortsgruppen Fürth, Großhabersdorf, Langenzenn und Zirndorf. Ihre Aufgaben umfassen neben dem Umweltschutz auch die Badeaufsicht in Freibädern, Sanitätsdienste, Schwimmunterricht und den Katastrophenschutz durch die Schnelleinsatzgruppe.

Einsatz in Fürth der Vereine Müll und Umwelt sowie BUND Naturschutz (Foto: Edit Aszmann-McPhail)

Der Einsatz in Langenzenn fand im Rahmen der überregionalen Aktion «Saubere Landschaft» statt (wir haben berichtet), bei der traditionell Grünflächen, Wege und Wälder von Müll befreit werden.

Wie wichtig solche Aktionen für die Gewässer sind, zeigt auch ein Blick in die Nachbarstadt Fürth. Dort riefen die Vereine Müll und Umwelt sowie BUND Naturschutz bereits Mitte März zu einem Frühjahrsputz nahe der Sieben-Bogen-Brücke auf. An die 20 fleißigen Helfer, darunter vier Kinder, sammelten bei Nieselregen Müll.

Nach Absprache mit der Abfallwirtschaft Fürth lag der Fokus dabei auf Giftmüll, Batterien und weggeworfenen E-Zigaretten. Es kamen über fünf Kilogramm brisanter Müll zusammen. Zudem wurden viele weggeworfene Verpackungen, Einwegbecher und sehr viele Zigarettenkippen gefunden. Zehn Kilogramm Glasflaschen entsorgten die Teilnehmer gleich in den Glascontainern.

Waltraud Galaske vom Verein Müll und Umwelt weist darauf hin, dass in Fließgewässern immer mehr Plastikteile und Giftstoffe nachgewiesen werden. Plastik zerfällt zu Mikroplastik, das wiederum ein Magnet für Schadstoffe aus der Umwelt ist. Besonders problematisch sind Zigarettenkippen, da eine einzige Kippe bis zu 60 Liter Grundwasser belasten kann. Der Filter ist ein Kunststoff, der zu Mikroteilen zerfällt und einen Cocktail an chemischen Giftstoffen wie Nikotin, Arsen, Blausäure und Schwermetalle bindet.