Ein Eichhörnchen huscht von Ast zu Ast, ein seltener Käfer schimmert im Laub, und eine unscheinbare Pflanze wächst zwischen Pflastersteinen. Solche alltäglichen Naturbeobachtungen in Nürnberg, Fürth und Erlangen erhalten Ende April eine globale Bedeutung. Zum ersten Mal beteiligt sich das fränkische Städtedreieck an der City Nature Challenge. Bei diesem weltweiten Projekt der Bürgerwissenschaft erfassen Hunderttausende Menschen die Flora und Fauna in ihrer unmittelbaren Umgebung.
Vom 24. bis zum 27. April 2026 sind Naturfreunde aufgerufen, wildlebende Tiere, Pflanzen und Pilze in der Region zu fotografieren und zu dokumentieren. Die gesammelten Daten fließen über die kostenlose Anwendung iNaturalist in eine internationale Datenbank ein. Die City Nature Challenge nahm im Jahr 2016 als freundschaftlicher Wettbewerb zwischen den kalifornischen Metropolen San Francisco und Los Angeles ihren Anfang. Inzwischen hat sich die Aktion zu einem der größten biologischen Erfassungsprojekte der Welt entwickelt. Nach Angaben der Veranstalter nahmen in der Vergangenheit mehr als 100.000 Personen in über 700 Städten teil und meldeten über drei Millionen Beobachtungen.
„Die Region Mittelfranken war bislang nicht dabei. Das ändert sich in diesem Jahr“, erklärt Katrin Simon, die das Projekt in der Region begleitet. Die viertägige Erfassung bietet die Möglichkeit, den Reichtum der lokalen Artenvielfalt aufzuzeigen. Gleichzeitig verdeutlicht die Aktion, an welchen Stellen bereits erfolgreich Schutzmaßnahmen für die Natur ergriffen wurden und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht.
Die Koordination für das Städtedreieck übernimmt der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zusammen mit verschiedenen Partnern. Zu den Unterstützern zählen der Tiergarten Nürnberg mit dem dortigen Bionicum sowie die Abteilungen für Umweltbildung der Städte Erlangen und Fürth. In diesem Rahmen finden zahlreiche Begleitveranstaltungen und Exkursionen statt.
Wissenschaftliche Vorkenntnisse sind für eine Teilnahme nicht erforderlich. Eine Gemeinschaft von Naturforschern im Internet hilft im Anschluss bei der genauen Bestimmung der fotografierten Arten. Diese gesammelten Daten nutzen Biologen und Umweltschützer weltweit, um die Verbreitung von Populationen zu erforschen und die Auswirkungen klimatischer Veränderungen besser zu verstehen.
Benötigt wird ein Zugang zur Plattform iNaturalist. Dies funktioniert über die entsprechende kostenlose Anwendung für Mobiltelefone oder direkt über die Internetseite.
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