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Ein Jahr Milchhaus-Treff: So lebt Oberasbacher Geschichte weiter

10. September 2026, 14:39 Uhr
Vom Milchsammelpunkt zum Treffpunkt: Das historische Milchhaus in der Oberasbacher Bachstraße feiert den ersten Geburtstag seines Milchhaus-Treffs. (Foto: Privat)Vom Milchsammelpunkt zum Treffpunkt: Das historische Milchhaus in der Oberasbacher Bachstraße feiert den ersten Geburtstag seines Milchhaus-Treffs. (Foto: Privat)

Früher kamen die Bauern mit ihren Milchkannen, heute treffen sich dort Menschen aus Oberasbach auf ein Getränk und zum Gespräch: Das historische Milchhaus im Altort hat nach Jahrzehnten eine neue Funktion gefunden. Am Donnerstag, 24. September, feiert der Milchhaus-Treff sein einjähriges Bestehen.

Das kleine Gebäude in der Bachstraße blickt auf eine fast hundertjährige Geschichte zurück. 1930 schlossen sich zahlreiche Landwirte aus Oberasbach und Umgebung in einer Milchlieferungsgenossenschaft zusammen und errichteten das Milchhaus. Dort wurde die angelieferte Milch gesammelt, gekühlt und anschließend nach Nürnberg gebracht.

Das Milchhaus war dabei mehr als eine reine Sammelstelle. Es entwickelte sich zu einem Treffpunkt im Ort. Während die Milch abgeliefert oder abgeholt wurde, wurden Neuigkeiten ausgetauscht und Geschäfte besprochen. Noch viele Jahre später kamen Menschen nach dem Gottesdienst in der gegenüberliegenden Kirche St. Lorenz vor dem Gebäude miteinander ins Gespräch.

Eigene Hoftanks machten das Milchhaus überflüssig

Mit der technischen Entwicklung verlor die Sammelstelle schließlich ihre ursprüngliche Aufgabe. Immer mehr Bauern konnten ihre Milch direkt auf den Höfen kühlen. Im April 1988 beschlossen die damals noch acht Mitglieder der Oberasbacher Milcherzeugergemeinschaft, die gemeinsame Anlieferung zum Jahresende einzustellen. Seit dem 31. Dezember 1988 wurde das Milchhaus nicht mehr als Milchsammelstelle genutzt.

Zuletzt diente das Gebäude unter anderem als Lager der evangelischen Kirche. Der Heimatverein Oberasbach griff schließlich die frühere Funktion als sozialer Treffpunkt wieder auf. Seit einem Jahr findet dort jeweils am letzten Donnerstag eines Monats von 19 bis 21 Uhr der Milchhaus-Treff statt. Dabei gehe es vor allem um Begegnung und Gespräche zwischen Menschen, die schon lange in Oberasbach leben, und jenen, die neu hinzugezogen sind. Getränke werden gegen eine Spende ausgegeben.

Das Gebäude selbst soll zugleich erhalten bleiben. Der Heimatverein arbeitet daran, das Milchhaus zu sanieren und dauerhaft als Treffpunkt zu nutzen. Im Frühjahr erhielt der Verein dafür eine Spende von 2000 Euro von der Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach. Der Vorsitzende Simon Rötsch bezeichnete das Milchhaus dabei als «Identifikationspunkt für Oberasbach».

Seinen ersten Geburtstag feiert der Milchhaus-Treff am Donnerstag, 24. September, von 19 bis 21 Uhr. Der Heimatverein kündigt für den Abend mehrere Überraschungen an. Die Veranstaltung gehört zugleich zu den Aktionstagen Innenorte im Landkreis Fürth.

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