Auf der rund 195 Hektar großen Naturerbefläche Hainberg in Oberasbach trafen sich am Samstag zahlreiche Helfer zu einem groß angelegten Arbeitseinsatz. Ziel der von der gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Bundesforst organisierten Aktion war der Erhalt seltener Sandlebensräume, die durch zunehmende Verbuschung bedroht sind.
Rund 40 erfahrene Teilnehmer griffen in den Morgenstunden zu Handsägen und Astscheren. Sie befreiten die weitläufigen Freiflächen von aufkommenden Gehölzen wie Kiefern, Birken und Robinien. Roland Schröder, Offenlandmanager beim DBU Naturerbe, wies darauf hin, dass diese artenreichen Lebensräume ohne regelmäßige Eingriffe wie Mahd oder Rückschnitt durch Beschattung allmählich verloren gehen würden. Der zuständige Revierleiter des Bundesforstbetriebs Reußenberg, Jens-Eckhard Meyer, ergänzte, dass sich auch der Ginster zunehmend ausgebreitet habe und manche Jungbäume bereits eine beträchtliche Höhe von zwei bis drei Metern aufweisen würden.
Die Maßnahmen zielen darauf ab, dem sogenannten Sandmagerrasen wieder mehr Licht zu verschaffen. Diese Flächen bilden einen essenziellen Lebensraum für spezialisierte Arten wie das Berg-Sandglöckchen, die Ödlandschrecke und diverse bodennistende Wildbienen. Laut den ehrenamtlichen Initiatoren der Freiwilligenaktion, Norbert Meyer und Klaus Mandery, profitiere von der Offenhaltung unter anderem auch die größte Goldwespe Deutschlands. Die Helfer setzten zudem Hacken und Rechen ein, um verfilzte Stellen aus Moos sowie Altgras aufzubrechen und die Vegetation dadurch in ein früheres Stadium zurückzuversetzen. Auch Mitarbeiterinnen der zuständigen Naturschutzbehörden des Regierungsbezirks Mittelfranken und des Landkreises Fürth nahmen aktiv an den Arbeiten teil.
Die ausgedehnten, bewuchsfreien Sandflächen des Hainbergs gehen maßgeblich auf die frühere militärische Nutzung zurück, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht. Schwere Radfahrzeuge und Kettenfahrzeuge hielten den Boden durch ihre stetige Bewegung in der Vergangenheit offen. Um diese notwendige Dynamik zukünftig maschinell nachzuahmen, plant der Bundesforstbetrieb laut Meyer demnächst den probeweisen Einsatz einer Kreiselegge – ein Anbaugerät zur Bodenbearbeitung.
Offenlandmanager Schröder betonte jedoch, dass das abwechslungsreiche Relief mit seinen Dünen und Flugsandfeldern den Einsatz von schweren Maschinen stellenweise unmöglich mache. Daher bleibe die manuelle Unterstützung der freiwilligen Helfer auch in Zukunft unverzichtbar für die Pflege des Naturschutzgebietes.
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