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Steuerschock in Oberasbach: Stadtrat beschließt Hebesatz von 690 Punkten

30. März 2026
Der Stadtrat Oberasbach beschließt eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer B auf 690 Punkte und verabschiedet damit den Haushalt 2026. (Foto: Symbolbild)Der Stadtrat Oberasbach beschließt eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer B auf 690 Punkte und verabschiedet damit den Haushalt 2026. (Foto: Symbolbild)

Es wird teurer für die Grundstückseigentümer in Oberasbach. Der Hebesatz für die Grundsteuer B klettert auf 690 Punkte. Mit diesem weitreichenden und für viele Bürger schmerzhaften Beschluss hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Die deutliche Steuererhöhung ist das Herzstück eines umfassenden Konsolidierungskonzeptes des Haushalts 2026, das die angespannte finanzielle Lage der Kommune stabilisieren und wichtige Bauprojekte vor dem Ausfall bewahren soll. Von der Anhebung sind alle bebauten und bebaubaren Flächen betroffen, lediglich die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft bleiben verschont.

Der Ratssaal war an diesem Abend gut gefüllt. Mehr als 20 Beobachter verfolgten die Haushaltsdiskussionen, darunter auch mehrere künftige Mandatsträger, die sich kurz nach der Wahl ein genaues Bild der kommunalen Finanzen machen wollten. Sie erlebten den Abschluss eines monatelangen Ringens um Zahlen und Zuständigkeiten. Wie die Erste Bürgermeisterin Birgit Huber in der Sitzung noch einmal aufzeigte, reichten die ersten Beratungen bis in den Dezember 2025 zurück. Im Januar folgte ein intensives Feilschen um Investitionen und Zeitpläne, bevor der Entwurf Ende Februar weitgehend stand. Die letzte große Kürzung geschah erst Mitte März in einem Fachausschuss: Die geplante Sanierung der Jahnhalle für den Schulsport wurde den Sparzwängen geopfert.

Dass solche harten Einschnitte unvermeidbar sind, zeigt der Blick in die Bücher. Der Verwaltung ist es trotz aller Abstriche nicht gelungen, den Ergebnishaushalt aus eigener Kraft auszugleichen, weshalb auf finanzielle Rücklagen zurückgegriffen werden muss. Um die Zahlungsfähigkeit der Stadt im Finanzhaushalt zu garantieren, werden zudem Investitionskredite in Millionenhöhe fällig. Birgit Huber machte jedoch deutlich, dass die Stadt durch diese scharfen Maßnahmen endlich ihre Handlungsfähigkeit zurückgewinnt. Nur durch diesen rigiden Sparkurs lassen sich die strengen Vorgaben der Rechtsaufsicht des Landkreises erfüllen, die den Haushalt absegnen muss.

Unter den Räten herrschte Konsens, dass ein weiteres Hinauszögern weitreichende Konsequenzen für Oberasbach gehabt hätte. Im Zentrum der Debatte stand vor allem die Pestalozzi-Schule. Um den rasant steigenden Bedarf an Plätzen für die Ganztagesbetreuung bis zum Sommer 2028 decken zu können, müssen die Bauarbeiten für die Mittagsbetreuung zwingend beginnen. Ohne den nun verabschiedeten Haushalt wären diese Fristen unweigerlich verstrichen.

Auf externe staatliche Rettungsschirme wird die Stadt unterdessen verzichten. Die Kämmerei hatte zuvor geprüft, ob Oberasbach finanzielle Bedarfszuweisungen aus München beantragen kann. Das Ergebnis war eindeutig: Die Stadt verfehlt die Kriterien für solche Hilfen in mehreren Punkten.