Wenn eine soziale Einrichtung ein ganzes Jahrhundert überdauert, erzählt das viel über ihre Beständigkeit und Anpassungsfähigkeit. Die Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf blickt im Jahr 2026 auf genau diese 100 Jahre zurück. Die Ursprünge der heutigen Institution liegen allerdings weit entfernt vom aktuellen Standort in Mittelfranken. Im Jahr 1926 wurde sie als «Jägersburger Diakonissen-Mutterhaus» im oberfränkischen Schloss Jägersburg gegründet.
Die Geschichte der Gemeinschaft ist stark von den politischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts geprägt. Während der Zeit des Nationalsozialismus erlebte die Schwesternschaft schwerwiegende Repressalien. Das Regime beschlagnahmte das Schloss im Jahr 1939. Aus Angst vor einer vollständigen Enteignung sah sich die damalige Leitung im Jahr 1943 zu einem Notverkauf gezwungen. Erst nach dem Kriegsende und mehreren logistischen Zwischenstationen konnte die Gemeinschaft 1949 in Puschendorf einen stabilen Neuanfang wagen.
Dort wuchs die Organisation über die Jahrzehnte zum größten Arbeitgeber der Gemeinde heran. Das soziale Profil stützt sich auf mehrere Säulen. Ein zentraler Baustein ist das 1966 errichtete Heinrich-Heinel-Heim, das als gemeinnützige GmbH die stationäre Altenpflege verantwortet. Für das kirchliche und regionale Leben spielt zudem die 1968 erbaute Konferenzhalle eine wichtige Rolle. Sie bietet Platz für mehr als 1100 Menschen. Das karitative Engagement des eingetragenen Vereins beschränkt sich jedoch nicht auf das eigene Bundesland. Internationale Hilfsprojekte reichen von Bildungspatenschaften in Haiti bis hin zu Pflegefamilien im russischen Slavsk und intensiver Rumänienhilfe.
Das historische Jubiläum wird im Jahr 2026 in mehreren Etappen gewürdigt. Den offiziellen Auftakt bildete eine Mitgliederversammlung mit internem Festakt am vergangenen Samstag, dem 21. März. Rund 200 Gäste nahmen an den Feierlichkeiten teil. Für das leibliche Wohl der Anwesenden sorgte die Dorfner Gruppe. Das Unternehmen begleitete den Festakt nicht nur kulinarisch, sondern überreichte der Einrichtung auch eine Spende in Höhe von 500 Euro. Die Firma teilte dazu mit, dass man die wertvolle Arbeit der Diakonie aus voller Überzeugung unterstütze und sich auf weitere Jahre des Engagements freue. Die breite Öffentlichkeit kann im Herbst mitfeiern. Für den 19. und 20. September lädt die Diakonie zu einem umfassenden Festwochenende ein. Auf dem Plan stehen unter anderem festliche Gottesdienste, Open-Stage-Formate und eine große Festversammlung.
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