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Bäckerei Gräf gerettet: Übernahme abgeschlossen, alle verbliebenen Arbeitsplätze erhalten

4. November 2026, 12:37 Uhr ,
Die Bäckerei Gräf in Seukendorf wird nach der Insolvenz mit drei Standorten weitergeführt. (Foto: Symbolbild/KI)Die Bäckerei Gräf in Seukendorf wird nach der Insolvenz mit drei Standorten weitergeführt. (Foto: Symbolbild/KI)

Nach Wochen der Ungewissheit steht die Zukunft der traditionsreichen Bäckerei Gräf aus Seukendorf fest: Der bisherige Geschäftsführer Markus Ernst hat den Geschäftsbetrieb zum 1. November 2026 übernommen. Der Kaufvertrag ist unterzeichnet, sämtliche zuletzt beschäftigten Mitarbeiter wurden übernommen. Drei der bisherigen vier Standorte bleiben erhalten. Eine Fürther Filiale wird allerdings aufgegeben. Das bestätigte Insolvenzverwalter Michael Wirth auf Anfrage von Fürth Aktuell.

Weitergeführt werden das Stammhaus mit Backstube in der Fürther Straße 15 in Seukendorf sowie die beiden Fürther Verkaufsstellen in der Friedrich-Ebert-Straße 164 am Klinikum und in der Cadolzburger Straße 46 am Fürthermare. Nicht fortgeführt wird dagegen die Filiale im OBI-Markt am Annaberg 3–5. Damit steht erstmals verbindlich fest, welche Standorte nach der Insolvenz eine Zukunft haben.

Auch für die Beschäftigten gibt es Klarheit. «Herr Ernst hat alle Mitarbeiter übernommen, die zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bei der Insolvenzschuldnerin beschäftigt waren», erklärte Insolvenzverwalter Michael Wirth. Wie viele Menschen zuletzt für das Unternehmen arbeiteten, teilte er nicht mit. Vor der Insolvenz war von rund 40 Beschäftigten die Rede.

Das Amtsgericht Fürth hatte das Insolvenzverfahren über die Bäckerei Gräf Betriebs GmbH am 1. November 2026 wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Bereits im September hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Damals war noch unklar, ob die Bäckerei mit ihrer mehr als 260-jährigen Geschichte weiterbestehen könnte.

Mit der Eröffnung des Verfahrens wurde die Übernahme möglich. Ernst führt den Geschäftsbetrieb nach Angaben des Insolvenzverwalters nun ohne die bisherigen Schulden der insolventen Gesellschaft weiter. Grundlage sei eine wirtschaftliche Planung, nach der die Bäckerei künftig Gewinne erwirtschaften könne. Ob diese Erwartungen langfristig erfüllt werden, muss sich im laufenden Geschäft zeigen.

Die Geschichte der Bäckerei reicht bis ins Jahr 1763 zurück. Damals erwarb Philipp Hüttner in Seukendorf ein Anwesen mit Backrecht. Später ging der Betrieb in die Familie Gräf über und wurde über Generationen weitergeführt. Erst im Herbst 2025 hatte Karl Gräf das Unternehmen an Markus Ernst und Ingo Jablonski übergeben. Weniger als ein Jahr später folgte der Insolvenzantrag.

Mit der nun abgeschlossenen Übernahme ist der Fortbestand der Bäckerei zunächst gesichert. Für Seukendorf bleibt damit ein traditionsreicher Handwerksbetrieb erhalten. In Fürth können die Kunden weiterhin zwei der bisherigen drei Verkaufsstellen nutzen.

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