Morgens treffen die Waren ein, am Abend ist ein Großteil bereits wieder unterwegs. Bei der Spedition Burkhart in Stein bleiben rund 80 Prozent der angelieferten Güter nicht länger als einen Arbeitstag im Lager. Dahinter steckt eine aufeinander abgestimmte Organisation. Denn das Familienunternehmen transportiert vor allem Waren, die sich nicht ohne Weiteres wie gewöhnliche Pakete zustellen lassen.
Große Möbelstücke, schwere Lieferungen und sperrige Gegenstände gehören zum Tagesgeschäft. Rund 500 bis 600 Sendungen werden täglich abgewickelt. Wie das funktioniert, ließen sich Steins Erster Bürgermeister Bertram Höfer und Wirtschaftsförderin Anne Kratzer bei einem Besuch am Gewerbering 5 erklären.
Die Spedition hat ihren Sitz seit 1994 in Stein. An der Spitze steht Klaus Schlicker, der den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern führt. Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen sein Angebot über den klassischen Möbeltransport hinaus ausgebaut.
Eine besondere Rolle spielt die Lieferung an Privatkunden. In der Logistikbranche wird dieser Bereich als Home Delivery bezeichnet. Während kleinere Pakete meist von einem einzelnen Zusteller gebracht werden können, sind bei großen und schweren Waren häufig zwei Mitarbeiter erforderlich. Bei Burkhart gehört dieses sogenannte Zwei-Mann-Handling zum täglichen Geschäft.
Damit die Empfänger wissen, wann ihre Lieferung eintrifft, ist eine genaue Abstimmung notwendig. Ein eigenes Callcenter in Stein übernimmt die Kommunikation mit den Kunden. Gleichzeitig müssen die Waren im Lager erfasst, den richtigen Touren zugeordnet und für den Weitertransport vorbereitet werden.
Wie wichtig ausreichend Lagerplatz dabei ist, zeigt die Entwicklung des Betriebs. Vor drei Jahren ließ das Unternehmen in Stein sieben Meter hohe Hochregale einbauen. Mittlerweile verfügt Burkhart über drei Standorte. Neben Stein und Rottendorf gehört seit August 2026 auch Straubing dazu. Zusammen stehen nach Unternehmensangaben rund 7.000 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung, davon etwa 3.500 Quadratmeter am Hauptsitz.
Die Spedition übernimmt außerdem logistische Aufgaben für Küchenstudios. Vor allem kleinere Betriebe können die Lagerung und Auslieferung ihrer Küchenmöbel auslagern. Für die Planung nutzt Burkhart eine Software, die aktuelle Informationen zu den logistischen Abläufen bereitstellt.
Auch gebrauchte Büromöbel haben ihren Platz im Geschäftsmodell. Burkhart kauft und verkauft entsprechende Einrichtungsgegenstände und betreibt dafür einen eigenen Onlineshop. Hinzu kommen Montagearbeiten sowie Dienstleistungen bei Wohnungs- und Büroauflösungen.
Bürgermeister Höfer zeigte sich bei seinem Besuch insbesondere von der Organisation beeindruckt. „Was hier täglich geleistet wird, ist beeindruckend“, erklärte er. Hinter jeder Lieferung stünden zahlreiche Arbeitsschritte und Mitarbeiter, die für den Transport bis zum Kunden sorgten.
Für Höfer steht der Betrieb zugleich beispielhaft für die Bedeutung mittelständischer Familienunternehmen am Wirtschaftsstandort Stein. Neben den bestehenden Arbeitsplätzen verwies er auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Damit bietet die Spedition auch jungen Menschen die Möglichkeit, einen Beruf in der Logistikbranche zu erlernen.

