Die Sonne lacht, die Busse stehen still und die Menschen in Stein treten kräftig in die Pedale. Der ÖPNV-Streik und das milde Frühlingswetter haben der Kommune am Freitag einen veritablen Rekordtag beschert. Die Stadt zählte ihren fünfzigtausendsten Radfahrer des Jahres.
Schon in den frühen Morgenstunden huschte die unbekannte Person an der Zählstation am Ortseingang nahe Faber-Castell vorbei. Sicher ist aber, dass dieser Freitag mit mehr als 1.600 Vorbeifahrten der bisher verkehrsreichste Tag auf Steins Radwegen im laufenden Jahr war. Die Kombination aus blauem Himmel und dem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi bei den regionalen Verkehrsbetrieben hat offensichtlich viele Pendler zum Umsteigen bewegt. Da die Busse nicht fuhren, war das Fahrrad für viele die beste Alternative.
Die Station misst den Verkehr kontinuierlich in beide Richtungen und liefert der Stadt ein klares Bild: Die Einwohner nutzen das Zweirad intensiv im Alltag. Bürgermeister Kurt Krömer freut sich über den Meilenstein und sieht den Kurs seiner Verwaltung bestätigt. «Die hohe Zahl an Radfahrern zeigt deutlich, dass unsere Maßnahmen für eine fahrradfreundliche Stadt greifen», sagte Krömer. Der stetige Ausbau der Infrastruktur bleibe ein wichtiges Anliegen für die nachhaltige Mobilität vor Ort.
Dass der Trend nach oben zeigt, belegt auch der Blick auf das Vorjahr. Im gesamten Jahr 2025 wurden 323.000 Fahrten gezählt. Vergleicht man dies mit dem Jahr 2021, ergibt sich ein sattes Plus von 36 Prozent, was knapp 90.000 zusätzlichen Zählungen entspricht. Ein interessantes Detail am Rande: Der absolute Rekordtag des vergangenen Jahres lag keineswegs im Hochsommer, sondern fiel auf einen trüben Novembertag mit beachtlichen 2.454 Fahrten.
Dass Stein auf dem richtigen Weg ist, hat die Stadtverwaltung inzwischen auch offiziell bestätigt bekommen. Nach dem Besuch einer Expertenjury im Juli 2025 wurde die Faber-Stadt kürzlich für weitere sieben Jahre als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet. Besonders das unermüdliche Engagement und der klare politische Wille der Verantwortlichen hätten die Prüfer damals beeindruckt, teilte die Stadt mit.
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