Wenn die Rede auf die Orgel der Fürther Auferstehungskirche kommt, fallen oft Begriffe wie Einzigartigkeit und französisches Flair. Tatsächlich ist das 1989 von der Firma Späth geschaffene Instrument weit mehr als ein Gebrauchsgegenstand für den Gottesdienst. Es ist ein Klangkörper, der bewusst nach dem Vorbild französischer Orgelbautraditionen konzipiert wurde. Am 28. Februar steht dieses Instrument im Zentrum eines besonderen Konzerts, bei dem Sirka Schwartz-Uppendieck und Michael Herrschel die Vielschichtigkeit der Register ausloten.
Das Programm liest sich wie eine Landkarte der europäischen Musikgeschichte. Es beginnt im barocken Frankreich bei François Couperin, dessen Messen als Paradebeispiele für die Charakteristik bestimmter Orgelstimmen gelten. Doch das Konzert verharrt nicht in der Nostalgie. Laut Programmbeschreibung ist die Späth-Orgel gerade wegen ihrer speziellen Intonation hervorragend für die Interpretation aktueller Musik geeignet. Das zeigt sich in den Meditationen von Siegrid Ernst, die eine Verbindung zur Poesie von Rose Ausländer herstellen.
Es ist diese Mischung aus klanglicher Opulenz und inhaltlicher Tiefe, die den Abend prägen soll. Die düsteren, brennenden Fragen, die Horst Lohse in seinem «Monumentum per Hieronymus Bosch» aufgreift, finden ihr Echo in der mächtigen Symphonik eines Louis Vierne. Letzterer gilt als Meister der französischen Romantik und fordert von dem Instrument jene orchestrale Wucht, für die es in Fachkreisen gerühmt wird. Wer diese Entdeckungsreise miterleben möchte, kann dies bei freiem Eintritt ab 18 Uhr in der Auferstehungskirche tun.
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