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Zirndorf: Freie Wähler und AfD schicken eigene Bürgermeisterkandidaten ins Rennen

14. Januar 2026 , ,
Fotos: Roland Beck und 2xPrivatFotos: Roland Beck und 2xPrivat

In Zirndorf geht die Zahl der Bewerber um das Bürgermeisteramt weiter nach oben: Die Freien Wähler in Zirndorf haben Ralf Schmidt zum Bürgermeisterkandidaten bestimmt. Die AfD schickt Bastian Treuheit ins Rennen.

Wie die Freien Wähler in einer Mitteilung erklären, fiel die Nominierung Schmidts einstimmig aus. Der Schmidt sitzt seit zwölf Jahren im Gremium und ist nach Angaben der Freien Wähler unter anderem Mitglied im Bauausschuss sowie im Aufsichtsrat der Stadtwerke.

Ralf Schmidt ist von den Freien Wählern Zirndorf nach eigenen Angaben einstimmig als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2026 nominiert worden. (Archivfoto/privat)
Ralf Schmidt ist von den Freien Wählern Zirndorf nach eigenen Angaben einstimmig als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2026 nominiert worden. (Foto: privat)

Er ist in Zirndorf kommunalpolitisch kein Unbekannter. Er führt nach eigenen Angaben die Stadtratsfraktion, die bislang als gemeinsamer Zusammenschluss von Freien Wählern und Linken firmierte. Auch die Stadtratsliste wurde aufgestellt. Darauf stehen 15 Namen. Auf den ersten Plätzen folgen auf Schmidt unter anderem Elke Eder und Laszlo Junghaus. Die Gruppierung spricht von einem «kompetenten und vielfältigen Team» und hebt hervor, dass auch jüngere Kandidaten antreten. Angaben zu Alter, Berufen oder Schwerpunkten der einzelnen Bewerber enthält die Mitteilung nicht.

Inhaltlich verweisen die Freien Wähler vor allem auf Vorhaben und Anträge aus den vergangenen Jahren, die nach ihrer Darstellung im Stadtrat aufgegriffen und umgesetzt worden seien. Genannt werden etwa die Verlegung des Weihnachtsmarktes in den Zimmermannspark, die Einführung eines Jugendrates, ein Livestream von Stadtratssitzungen sowie die Einrichtung eines Bürgerbusses für Zirndorf und Ortsteile. Auch die Aussetzung der Straßenausbaubeiträge führen die Freien Wähler als Erfolg an. Dass die Straßenausbaubeitragssatzung in Bayern 2018 landesweit abgeschafft wurde, ist tatsächlich eine Entscheidung auf Landesebene; die Freien Wähler reklamieren zugleich eine aktive Rolle bei der damaligen Unterschriftensammlung.

Für eine Überraschung im Kommunalwahlkampf in Zirndorf hat die AfD gesorgt: Der 27-jährige Bundestagsabgeordnete Bastian Treuheit will bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 ebenfalls antreten. Nach Angaben der Partei wurde Treuheit von den Zirndorfer Mitgliedern einstimmig nominiert. Der Politiker lebt mit seiner Partnerin und dem gemeinsamen Sohn in der Stadt.

Foto: AfD/Bastian Treuheit

Seit 2020 gehört er für die AfD dem Stadtrat an. Seit März 2025 sitzt Treuheit im Deutschen Bundestag. Dort ist er Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen. Aus dieser Perspektive äußerte er sich zuletzt kritisch zur Rolle von Bund und Ländern bei der Finanzierung kommunaler Aufgaben. Mit dem Blick aus Berlin lasse sich feststellen, dass von der Bundesregierung keine Entlastung zu erwarten sei, erklärte Treuheit. Kommunen müssten wieder stärker in die Lage versetzt werden, ihre Kernaufgaben zu erfüllen, während sogenannte «Allerwelt-Projekte» beendet werden sollten.

Nach eigenen Angaben brachte Treuheit im Stadtrat mehr als 30 Anträge ein. Trotz fehlender Fraktionsstärke könne man seiner Partei keine Untätigkeit vorwerfen, so seine Darstellung. Die angespannte Finanzlage der Kommunen führt er vor allem auf steigende Ausgaben in sozialen Bereichen zurück. Insbesondere Kosten für Migration, Wohngeld und Sozialpolitik würden von Bund und Land auf die kommunale Ebene verlagert. Diese Belastungen wirkten sich auch auf Zirndorf aus und erschwerten es, Pflichtaufgaben angemessen zu erfüllen.

Als Beispiele nannte Treuheit die Ausstattung der Feuerwehr sowie den Bauhof. Auch Investitionen in Schulen und Kindergärten sieht seine Partei als vorrangig an. Statt zusätzlicher Bürokratie und weiterer Programme müssten diese Bereiche gesichert werden. Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, kündigte er an, sein Bundestagsmandat niederzulegen, um sich vollständig der Arbeit in der Stadt zu widmen.

Die Kommunalwahl in Bayern findet am 8. März 2026 statt.