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Vor der Stichwahl in Zirndorf: Tom Hesselberger und Marcus Spath beantworten Fragen zu Bibert Bad, Verkehr, Ortsteilen und Transparenz

18. März 2026 , , ,
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Am 22. März entscheiden die Bürger in Zirndorf in einer Stichwahl über das Amt des Bürgermeisters. Für „Fürth Aktuell“ haben beide Kandidaten vier Fragen zu zentralen Themen der Stadt beantwortet. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die Zukunft des Bibert Bads, verkehrspolitische Herausforderungen, die Entwicklung der Ortsteile sowie konkrete Ansätze zur Bürgerbeteiligung.

Um einen transparenten Vergleich zu ermöglichen, wurden Marcus Spath und Tom Hesselberger dieselben Fragen gestellt. Die Antworten wurden redaktionell nicht verändert.

Fürth Aktuell: Die Finanzierung kommunaler Einrichtungen wie dem Bibert Bad ist eine ständige Herausforderung. Wie wollen Sie den langfristigen Erhalt solcher und anderer Einrichtungen sichern, ohne den städtischen Haushalt zu überlasten?

Marcus Spath (Zirndorfer Bürgergemeinschaft): “Kommunale Einrichtungen wie das Bibert Bad gehören zur Lebensqualität unserer Stadt. Mir ist es wichtig, solche Angebote langfristig zu erhalten – gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit dem städtischen Haushalt umgehen.

Gerade für das Bibert Bad haben wir bereits konkrete Vorschläge eingebracht, um das Defizit zu reduzieren. Dazu gehören zum Beispiel eine Ausgliederung der Gastronomie, die aktuell ein Defizit von rund 190.000 Euro verursacht, eine mögliche Namenspartnerschaft nach dem Vorbild der Fackelmann-Therme in Hersbruck sowie eine Einbindung von DLRG und Wasserwacht bei der Badaufsicht. Solche und weitere Maßnahmen würde ich als Bürgermeister konsequent vorantreiben.

Mir ist wichtig: Wir dürfen nicht nur in Kosten denken, sondern auch in den Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger. Einrichtungen wie das Bibert Bad sind wichtige Treffpunkte für Familien, Vereine und Schulen – und ein zentraler Ort, an dem Kinder schwimmen lernen. Gleichzeitig wird das Bad von vielen Seniorinnen und Senioren regelmäßig für Bewegung, Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge genutzt. Deshalb müssen wir seinen Fortbestand verantwortungsvoll sichern.”

Tom Hesselberger (CSU): “Wir als CSU sind die einzige politische Kraft in Zirndorf, die sich im Zuge des Wahlkampfes diesem Thema frühzeitig auch inhaltlich gestellt hat. Gemeinsam mit dem zuständigen Staatssekretär Martin Schöffel haben wir ein Konsolidierungsprogramm erarbeitet, das konkrete Möglichkeiten zur Kostenreduktion und Stabilisierung aufzeigt. 

Dieses möchte ich als Bürgermeister gemeinsam mit ihm umsetzen. Klar ist: Ein Bad, das dauerhaft enorme Kosten verursacht, ist kein Alleinstellungsmerkmal Zirndorfs. Dennoch ist die Situation aktuell sehr ernst, eine Schließung steht im Raum. Genau deshalb möchte ich alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Erhalt des Bibert Bads zu sichern, ohne den städtischen Haushalt dauerhaft zu überfordern. Herausforderungen wie diese kann man lösen, der direkte Draht zu den Entscheidungsträgern vereinfacht das allemal.”

Fürth Aktuell: Die Sperrung der Zirndorfer Brücke hat für große Diskussionen gesorgt, auch wenn hierfür die Stadt Fürth zuständig ist. Wo setzen Sie verkehrspolitisch generell Ihre Prioritäten, um die Mobilität in der Stadt zukunftsfähig zu gestalten?

Tom Hesselberger: “Mobilität bedeutet für mich vor allem Individualität – nicht nur für die Kernstadt, sondern für alle Ortsteile. Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen sicher von A nach B kommen, gerade auch diejenigen, die nicht mehr selbst Auto fahren können oder wollen. Bei der Sperrung der Zirndorfer Brücke haben Sie recht: Die Zuständigkeit liegt bei der Fürth. Trotzdem braucht es einen Bürgermeister, der aktiv den Kontakt dorthin sucht und für die eigenen Bürger eine klare Perspektive einfordert. Aus meiner Sicht ist das bisher zu wenig passiert. Auch hier haben wir als einzige politische Kraft das Thema aufgegriffen und mit Fachleuten über Lösungen gesprochen. Klar ist: Solche Herausforderungen lassen sich nur lösen, wenn Kommunen gut zusammenarbeiten.”

Marcus Spath: “Die Sperrung der Zirndorfer Brücke hat vielen Bürgern deutlich gemacht, wie sensibel unsere Verkehrsinfrastruktur ist und welche Auswirkungen solche Entscheidungen unmittelbar auf den Alltag vieler Menschen haben. Auch wenn hier die Stadt Fürth zuständig ist, werde ich als Bürgermeister den direkten Kontakt zu Oberbürgermeister Thomas Jung und den zuständigen Stellen suchen, um die besondere Dringlichkeit für die Stadt Zirndorf und ihre Bürger deutlich zu machen. Gleichzeitig ist mir wichtig, den Sachstand transparent zu kommunizieren und die Bevölkerung regelmäßig zu informieren.

Grundsätzlich ist mein Ziel eine ausgewogene Verkehrspolitik. Wir müssen die Leistungsfähigkeit unserer Straßen erhalten, gleichzeitig aber auch den öffentlichen Nahverkehr sowie sichere Fuß- und Radwege weiter stärken.

Gerade für eine wachsende Stadt wie Zirndorf braucht es pragmatische Lösungen: eine gute Anbindung an die Nachbarstädte, sichere Schulwege, eine funktionierende Verkehrsführung und einen verlässlichen sowie attraktiven ÖPNV.”

Fürth Aktuell: Ob Einkaufsmöglichkeiten oder ÖPNV: Die Außenorte von Zirndorf fühlen sich gegenüber dem Zentrum manchmal benachteiligt. Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie die Lebensqualität in den Ortsteilen spürbar ankurbeln?

Marcus Spath: “Unsere Ortsteile sind ein wichtiger Bestandteil Zirndorfs und prägen unsere Stadt in besonderer Weise. Deshalb ist es mir wichtig, dass sich auch die Bürger in den Außenorten gut angebunden und gleichermaßen berücksichtigt fühlen.

Die Zirndorfer Bürgergemeinschaft hat deshalb bereits in ihrem Wahlprogramm vorgeschlagen, einen eigenen Referenten für die Außenorte zu installieren. Diese Person soll als feste Ansprechstelle dienen und die Anliegen der Ortsteile noch besser aufnehmen und in die Entscheidungsprozesse der Stadt einbringen.

Darüber hinaus ist mir wichtig, den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. Bürgerversammlungen sollten nicht nur in der Kernstadt stattfinden, sondern regelmäßig auch in den Außenorten. So können Anliegen vor Ort besprochen werden und die Bürgerinnen und Bürger werden frühzeitig in Entwicklungen eingebunden.

Gleichzeitig müssen wir auch die Infrastruktur im Blick behalten – etwa bei der Verkehrsanbindung, bei wohnortnahen Angeboten oder beim Vereinsleben. Denn eine starke Stadt entsteht nur dann, wenn sich alle Ortsteile gleichermaßen gut entwickeln können und eingebunden werden.”

Tom Hesselberger: “Die Ortsteile müssen stärker in den Fokus rücken als bisher. Ein Ansatz ist die Prüfung besserer Querverbindungen zwischen den Ortsteilen und der Kernstadt. Darüber hinaus halte ich das Konzept von Bürgerbussen für sehr interessant – ein Modell, das bereits in vielen Kommunen erfolgreich funktioniert und auch in einer Kreisstadt wie Zirndorf sinnvoll sein kann. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nahversorgung. Hier könnten moderne 24/7-Läden eine Lösung sein, die rund um die Uhr Dinge des täglichen Bedarfs anbieten. Mein Anspruch ist klar: Ich möchte Bürgermeister für die gesamte Stadt sein – für die Kernstadt ebenso wie für alle Ortsteile.”

Fürth Aktuell: Bürgerbeteiligung ist ein großes Schlagwort dieses Wahlkampfs. Welche ganz konkreten Maßnahmen wollen Sie als Bürgermeister umsetzen, um die Zirndorfer transparenter in städtische Entscheidungen einzubinden?

Tom Hesselberger: “Mir ist wichtig zuzuhören, unterschiedliche Meinungen ernst zu nehmen und Anliegen frühzeitig aufzunehmen. Gute Entscheidungen entstehen oft dann, wenn Verwaltung, Politik und Bürgerschaft gemeinsam Lösungen entwickeln.”

Bürgerbeteiligung darf kein Schlagwort bleiben, sondern muss konkret gelebt werden. Bürgerversammlungen und Telefonsprechstunden sind wichtige Bestandteile. Darüber hinaus plane ich zusätzliche Bürgertische in allen Ortsteilen, bei denen wir auf Augenhöhe miteinander diskutieren können. 

Auch digitale Formate wie Videoschalten können dabei helfen, mehr Menschen einzubinden und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Transparenz bedeutet für mich zudem, die Bürger kontinuierlich über die Arbeit des Bürgermeisters zu informieren. Auf meinen Social-Media-Kanälen lasse ich die Menschen schon heute nahezu täglich an meiner Arbeit im Zuge des Wahlkampfes teilhaben – diesen offenen Austausch möchte ich als Bürgermeister weiter ausbauen.”

Marcus Spath: “Bürgerbeteiligung darf kein Schlagwort bleiben, sondern muss konkret gelebt werden. Mir ist wichtig, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind und Bürger frühzeitig in wichtige Entwicklungen unserer Stadt eingebunden werden.

Dazu gehört für mich eine transparente Kommunikation über wichtige Projekte sowie regelmäßige Bürgersprechstunden und Informationsveranstaltungen. Gleichzeitig möchte ich den direkten Austausch mit den Bürgern weiter stärken – sowohl persönlich als auch digital. Neben klassischen Bürgersprechstunden sollen Bürger auch online unkompliziert Kontakt aufnehmen können, etwa über digitale Sprechstunden oder entsprechende Kontaktmöglichkeiten auf den städtischen Kanälen.

Darüber hinaus kann ich mir gut vorstellen, in regelmäßigen Abständen kleinere Treffen in Zirndorfer Gaststätten oder Vereinsheimen anzubieten – ganz unkompliziert bei einem Getränk. Dort sollen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, ihre Anliegen direkt anzusprechen und mit mir ins Gespräch zu kommen.

Fürth Aktuell: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!