Der eigene Wohnraum als Zuflucht, als Schutzraum, aber auch als unüberwindbare Grenze. Für Leon Eichelbaum ist sein Zuhause genau das geworden. Der Künstler leidet an einer schweren Form der neuroimmunologischen Erkrankung ME/CFS und ist seit dem Jahr 2025 vollständig bettlägerig. Seine Kunst entsteht seither ausschließlich in seinen eigenen vier Wänden. Das kultur.lokal.fürth macht diese verborgene Lebensrealität nun für die Öffentlichkeit zugänglich. Vom 9. bis zum 17. Mai 2026 zeigt die Ausstellung «There Is No Other Place Like Home» Fotografien, Zeichnungen und Texte des Künstlers.
Die Arbeiten beleuchten tiefgreifende Aspekte eines Lebens mit einer unsichtbaren Krankheit. Eichelbaum dokumentiert seinen Alltag, wobei Schmerz und Sehnsucht ebenso im Fokus stehen wie die Abhängigkeit von anderen und das fundamentale Bedürfnis nach Fürsorge. Da der Künstler aufgrund seiner massiven gesundheitlichen Einschränkungen seine Wohnung nicht verlassen kann, übernimmt die Kuratorin Kati Schubin seine Vertretung vor Ort am Bahnhofplatz 2.
Diese bewusste Form der Stellvertretung bildet einen zentralen Bestandteil des künstlerischen Konzepts. Sie verdeutlicht die Notwendigkeit von Zusammenarbeit in künstlerischen Prozessen und veranschaulicht zugleich, wie massiv eine schwere Erkrankung an ME/CFS die gesellschaftliche Teilhabe beschneidet.
Die Vernissage findet am 9. Mai von 19 bis 22 Uhr statt. Um auch Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen die Teilnahme zu ermöglichen, wird die Eröffnung live im Internet übertragen. Das Programm des Abends verbindet Kunst und Wissenschaft. Die Medizinerin, Privatdozentin, Doktor Doktor Bettina Hohberger von der Universitätsaugenklinik Erlangen gibt einen Impuls zu aktuellen Erkenntnissen der medizinischen Forschung rund um das Syndrom.
Silvan Wilms ordnet die Werke kunsthistorisch ein. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Elias Gerster und Gennaro Parrotta. Zudem wird eine begleitende Publikation zur Ausstellung präsentiert.
Weitere Öffnungstage sind der 10. Mai sowie der 13. bis 17. Mai, jeweils von 15 bis 19 Uhr. Die Ausstellung bietet den Besuchern die Gelegenheit, eine Lebenswelt kennenzulernen, die sich normalerweise hinter verschlossenen Türen abspielt.
15.0°C | Klarer Himmel 
