Die soziale Landschaft in der Region Nürnberg, Fürth und Erlangen steht vor einer wichtigen Veränderung: Die Stadtmission Nürnberg und das Diakonische Werk Fürth wollen sich zum 1. Januar 2027 zusammenschließen. Das teilten beide Träger am Montag mit. Für die Menschen, die Angebote der Einrichtungen nutzen, soll sich nach Angaben der Verantwortlichen zunächst nichts ändern. Die Arbeit in Stadt und Landkreis Fürth solle mit den bestehenden Mitarbeitern unverändert fortgeführt werden.
Mit dem geplanten Zusammenschluss entsteht ein großer diakonischer Träger im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen. Zur Stadtmission Nürnberg gehört bereits die Diakonie Erlangen, die zum 1. Januar 2023 in den Unternehmensverbund der Stadtmission Nürnberg integriert wurde. In diesem Verbund arbeiten nach Angaben der Stadtmission derzeit rund 2100 hauptamtliche Mitarbeiter. Die Diakonie Fürth bringt rund 600 Mitarbeiter ein. Nach dem Zusammenschluss wären damit mehr als 2700 Menschen für den gemeinsamen Träger tätig.
Kai Stähler, Vorstandsvorsitzender der Stadtmission Nürnberg, bezeichnete den Schritt als Bündelung von Stärken und Kompetenzen. «Wir bündeln gemeinsam unsere Stärken und Kompetenzen, um auch künftig für die Menschen da zu sein, die Hilfe im Leben brauchen», wird Stähler in der Mitteilung zitiert. Stephan Butt, Vorstand des Diakonischen Werks Fürth, betonte zugleich die Bedeutung der örtlichen Verwurzelung: «Wir setzen auf Kontinuität, Nähe und die gelebte Identität vor Ort.» Die Arbeit in Stadt und Landkreis Fürth bleibe gemeinsam mit allen Mitarbeitern unverändert bestehen.
Nach Angaben beider Organisationen ist der Zusammenschluss eine Reaktion auf schwieriger werdende Bedingungen in der Sozialwirtschaft. Genannt werden steigende Bedarfe, wachsende Anforderungen, knappe Ressourcen sowie der anhaltende Druck bei der Gewinnung und Bindung von Personal. Gertrud M. Barth, Finanzvorständin der Stadtmission Nürnberg, sagte dazu: «Wir wollen gemeinsam gut aufgestellt in die Zukunft gehen und unsere Arbeitsfelder gemeinsam weiterentwickeln.» Brigitte Beißer, Vorständin der Diakonie Fürth, erklärte, beide Träger verbinde der diakonische Auftrag, für Menschen da zu sein, die Unterstützung benötigen.
Die Stadtmission Nürnberg beschreibt sich als Träger für Menschen, die Hilfe im Leben brauchen, ausgegrenzt oder benachteiligt werden. Der Unternehmensverbund aus Stadtmission Nürnberg und Diakonie Erlangen unterstützt nach eigenen Angaben jedes Jahr weit über 25.000 Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Zu den Angeboten gehören unter anderem Beratung und Begleitung, Hilfen im Alter, Gesundheit, Kinder, Jugend und Familie sowie Straffälligenhilfe.
Die Diakonie Fürth ist einer der wichtigsten Träger sozialer Dienste in Stadt und Landkreis Fürth. Tätig ist sie vor allem in der stationären und ambulanten Pflege, in der Tagespflege, im Betreuten Wohnen und in der Sozialen Arbeit, insbesondere in der Beratung. Außerdem trägt sie drei koordinierte Stadtteilnetzwerke der Stadt Fürth, das Quartiersmanagement in Oberasbach und das Projekt kulturplus. Über kulturplus werden kostenlose Eintrittskarten für Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt.
Die Mitglieder beider Wohlfahrtsorganisationen sollen nun den formalen Zusammenschluss vorbereiten. Die Aufsichtsgremien beider Träger unterstützen diese Schritte nach Angaben der Organisationen ausdrücklich. Zugleich betonen Stadtmission und Diakonie Fürth, dass es nicht nur um einen formalen Zusammenschluss gehe. Beide Organisationen wollten auch kulturell über die Stadtgrenze hinweg zusammenwachsen.
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