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Sicherheitslage stabil: Polizei erklärt Kriminalstatistik für den Landkreis Fürth – und ob am Gerücht einer Inspektions-Zusammenlegung etwas dran ist

21. Mai 2026
Polizei und Behörden ziehen im Landkreis Fürth eine insgesamt stabile Sicherheitsbilanz für 2025. (Foto: Roland Beck)Polizei und Behörden ziehen im Landkreis Fürth eine insgesamt stabile Sicherheitsbilanz für 2025. (Foto: Roland Beck)

Der Landkreis Fürth zählt nach Einschätzung der Polizei weiterhin zu den sichersten Regionen in Mittelfranken. Bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts für 2025 in der Polizeiinspektion Zirndorf verwiesen Kriminalpolizei Fürth sowie die Polizeiinspektionen Zirndorf und Stein auf eine insgesamt stabile Lage. Auch gab es aktuelle Informationen zu kursierenden Gerüchten, wonach die Polizeiinspektionen Stein und Zirndorf an einem Standort zusammengelegt werden könnten.

Nach den vorgestellten Zahlen wurden im Landkreis Fürth im Jahr 2025 insgesamt 3689 Straftaten registriert. Es gibt jedoch eine Besonderheit des Landkreises Fürth: In Zirndorf befindet sich die zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber, die Anker-Einrichtung der Regierung von Mittelfranken. Dort werden auch Delikte registriert, die im Zusammenhang mit Einreise, Aufenthalt und Asylverfahren stehen. Dazu zählen insbesondere ausländerrechtliche Verstöße sowie nach Angaben der Polizei auch Urkundendelikte, etwa wenn im Asylverfahren veränderte oder falsche Dokumente vorgelegt werden. Solche Straftaten können naturgemäß nur von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit begangen werden.

Ohne diese Verstöße, die im Zusammenhang mit Aufenthalt, Einreise und Asylverfahren stehen, lag die Zahl der bearbeiteten Straftaten im vergangenen Jahr bei 2632 Fällen. Damit bewegte sich die Kriminalitätsbelastung im Landkreis weiterhin auf niedrigem Niveau. Die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner, lag bei 2236. Zum Vergleich: Für Mittelfranken weist die Polizei für 2025 eine Häufigkeitszahl von 4188 aus, der bayernweite Wert lag bei 4094.

Die Aufklärungsquote im Landkreis Fürth stieg nach Angaben der Polizei auf 65,1 Prozent. Damit konnten fast zwei Drittel der registrierten Straftaten aufgeklärt werden. Die Polizei betonte bei der Vorstellung, dass die Sicherheitslage auch Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Landratsamt, Städten und Gemeinden sei.

Auf Nachfrage unserer Redaktion äußerte sich Steins PI-Leiterin Christina Hantke auch zu aktuellen Gerüchten, wonach die beiden Polizeiinspektionen im Landkreis Fürth zusammengelegt werden sollen. Die Polizeihauptkommissarin sagte, dass es solche Überlegungen schon einmal zu früheren Zeiten gegeben habe. Diese Pläne seien nun wieder aus der Schublade geholt worden. Allerdings gibt es derzeit nach ihren Worten noch keine Entscheidung. Es werde lediglich geprüft, ob eine Zusammenlegung überhaupt ein sinnvoller Ansatz sein könne oder eben nicht. Man stehe noch ganz am Anfang eines längeren Prozesses.

Ein Schwerpunkt der Ausführungen bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts lag auf Kindern, Jugendlichen und digitalen Medien. Die Polizei berichtete von einem Fall aus dem Landkreis, bei dem zwei Mädchen einen Mitschüler über eine anonyme WhatsApp-Nachricht zu einem Amoklauf angestiftet und ihm dafür 50 Euro angeboten haben sollen. Der Junge wandte sich mit seinen Eltern an die Polizei. Der Fall wurde als Beispiel dafür genannt, welche Bedeutung Medienkompetenz und Prävention inzwischen auch für die Kriminalitätsentwicklung haben.

Auch bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verwies Kriminaldirektor Michael Dietsch auf den Einfluss digitaler Medien. Die Zahl dieser Delikte ging im Landkreis leicht von 92 auf 89 Fälle zurück. Weiterhin hoch blieb aber der Anteil von Fällen im Zusammenhang mit Kinderpornografie. Die Polizei wies darauf hin, dass bereits Besitz und Weiterverbreitung entsprechender Bilder strafbar sind. Gerade bei Jugendlichen entstünden solche Verfahren häufig durch unbedachtes Versenden oder Speichern von Bildern in Chats.

Im Bereich der Eigentumsdelikte nannte die Polizei unter anderem 84 Fahrraddiebstähle. Im Vorjahr waren es 105 Fälle gewesen. Der Schaden lag 2025 dennoch bei rund 119.000 Euro, weil nach Angaben der Polizei auch zahlreiche Pedelecs betroffen waren. Bei Betrugsdelikten spielen weiterhin falsche Onlineshops, Callcenterbetrug, Gewinnversprechen, falsche Polizeibeamte und angebliche Bankmitarbeiter eine Rolle.

Eine Frage, die an die Polizei immer wieder gestellt wird: Wie hoch ist der Anteil ausländischer Tatverdächtiger bei Straftaten? Nach den vorgestellten Unterlagen lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen Tatverdächtigen im Landkreis Fürth 2025 bei rund 35 Prozent. Dem steht ein Ausländeranteil an der Bevölkerung von 9,3 Prozent gegenüber. Ein einfacher Vergleich dieser beiden Werte greift jedoch zu kurz, wie Zirndorfs PI-Chef, Polizeioberrat Matthias Riedel, betonte.

Der Grund: Von den 501 nichtdeutschen Tatverdächtigen hatten laut Statistik nur 242 ihren Wohnsitz im Landkreis Fürth. 259 nichtdeutsche Tatverdächtige wohnten nicht im Landkreis. In dieser Gruppe sind somit auch Personen enthalten, die aus anderen Regionen kommen, sich nur vorübergehend im Landkreis aufhalten oder überörtlich Straftaten begehen.

Auch ein alter Mordfall beschäftigt die Kriminalpolizei weiter. Im Fall Marion aus dem Jahr 1973 gingen nach Angaben von Dietsch bislang rund 180 Hinweise ein. Die Ermittler versuchen, den Fall erneut in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY» unterzubringen. In der Arbeitsgruppe Hainberg werden laut Polizei weiter viele Zusammenhänge und Spuren geprüft.

Im Verkehrsbereich stieg die Zahl der Unfälle im Landkreis Fürth auf 2251. Im Jahr zuvor waren es 2203 gewesen. Bei 297 Unfällen wurden Personen verletzt, 588 Unfälle wurden als schwerwiegend eingestuft. Drei Menschen kamen 2025 im Straßenverkehr ums Leben. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den tödlich Verunglückten jeweils um Motorradfahrer. Die Polizei warb deshalb erneut für Vorsicht und Fahrsicherheitstrainings, insbesondere zu Beginn der Motorradsaison.

Auf dem Schulweg wurden acht Unfälle registriert, dabei wurden zehn Kinder verletzt. Auch bei Radfahrern verzeichnete die Polizei einen Anstieg. 119 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern wurden registriert, im Vorjahr waren es 108 gewesen. Getötete Radfahrer gab es nicht. Nach Angaben der Polizei waren Radfahrer in mehr als der Hälfte dieser Unfälle Hauptverursacher. Besonders ältere Pedelec-Fahrer stehen dabei im Fokus der Präventionsarbeit, weil schwere Verletzungen im höheren Alter oft gravierendere Folgen haben können, so Riedel.

Nicht auffällig waren nach seinen Worten Unfälle mit Cityrollern. Dagegen bleibt Wildwechsel ein regelmäßiges Risiko auf den Straßen im Landkreis. 463 Wildunfälle wurden registriert, drei Fahrer wurden dabei verletzt. Die meisten Wildunfälle ereigneten sich zwischen 4 und 9 Uhr sowie zwischen 18 Uhr und Mitternacht. Außerdem wurden 25 Alkoholunfälle gezählt.

Die Bilanz fällt damit zweigeteilt aus: Der Landkreis Fürth bleibt nach den Zahlen der Polizei eine sehr sichere Region. Zugleich zeigen die Ausführungen, dass Sicherheit längst nicht mehr nur eine Frage klassischer Polizeiarbeit ist. Digitale Medien, Betrugsmaschen, Verkehrserziehung, Prävention an Schulen und die Zusammenarbeit mit Kommunen bestimmen die Arbeit zunehmend mit.