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Fürths größtes Schulbauprojekt erreicht ersten Meilenstein: Drei Segmente der Sechsfachsporthalle am HLG fertig

24. Juli 2026, 15:15 Uhr ,
Die neue Sechsfachsporthalle am Helene-Lange-Gymnasium in Fürth wird bereits teilweise für den Schulsport und von Vereinen genutzt. (Foto: Miriam Meingast)Die neue Sechsfachsporthalle am Helene-Lange-Gymnasium in Fürth wird bereits teilweise für den Schulsport und von Vereinen genutzt. (Foto: Miriam Meingast)

Das größte Schulbauprojekt in der Geschichte Fürths hat seine erste sichtbare Etappe erreicht. Am Helene-Lange-Gymnasium sind drei Segmente der neu errichteten Sechsfachsporthalle so weit fertiggestellt, dass sie für den Schulsport genutzt werden können. Der reguläre Betrieb der oberen Hallenebene soll mit dem Schuljahr 2026/27 beginnen, während die Hallenräume bereits seit Mitte Juli schrittweise von lokalen Sportvereinen im Testbetrieb genutzt werden.

Das Gesamtprojekt hat nach Angaben der Stadt ein Volumen von rund 200 Millionen Euro. Der offizielle Startschuss fiel im November 2023 mit dem Spatenstich. Seitdem entsteht das neue Helene-Lange-Gymnasium in mehreren Bauabschnitten. Die Gesamtmaßnahme soll 2032 abgeschlossen sein. Das Vorhaben reiht sich zudem in eine umfassende städtische Infrastruktursoffensive ein: Nach Angaben von Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung investiert die Stadt Fürth derzeit weit über 100 Millionen Euro rein in den Neubau und die Sanierung städtischer Sporthallen.

Die neue Halle ist teilweise fertig. Foto: Miriam Meingast

Die neue Sporthalle erstreckt sich über zwei Ebenen und ist teilweise in den Boden eingelassen. Die untere Halle wurde dabei sieben Meter tief im Erdreich versenkt, um trotz einer für große Ballspiele wie Volleyball benötigten Raumhöhe die Gesamthöhe an die gegenüberliegenden Gebäude und die Traufkante der Nachbarbebauung anzupassen. Zur Straße hin schließt sie den bestehenden Blockrand. Die Sockelzone aus Klinkermauerwerk greift Farben der Nachbarbebauung auf. Natürliche Materialien und zurückhaltende Farbtöne wie Beton und Holz prägen das Gebäude.

Eine visuelle Besonderheit im Inneren ist der blaue Hallenboden: Dieser war ein ausdrücklicher Wunsch der Schule, wie Bürgermeister Markus Braun am Freitag betont. Trotz anfänglicher Bedenken der Planer bezüglich der Intensität der Farbe erweist sich die Gestaltung im fertiggestellten Zustand als optisch beruhigend und gelungen. Mit der gestapelten Bauweise soll die Halle zugleich für externe Nutzer erreichbar bleiben, ohne dass Veranstaltungen außerhalb der Unterrichtszeit den regulären Schulbetrieb auf dem Campus unnötig beeinträchtigen. Über den reinen Sportbetrieb hinaus eröffnet der große Raum auch Perspektiven für schulische Großveranstaltungen wie Abiturfeiern.

Auch beim Klima- und Artenschutz setzt die Stadt auf mehrere Bausteine. Die horizontalen Fensterbänder sind mit Folien versehen, die Vogelschlag verhindern sollen. In den künftigen Fassaden sind zudem Nistkästen vorgesehen. Das Retentionsdach hält Regenwasser zurück und soll zugleich das Mikroklima sowie die ökologische Vielfalt verbessern. Die gesamte Dachfläche ist mit Photovoltaikmodulen ausgestattet. Zudem ist eine Straßenfassadenbegrünung geplant. Um diese direkt aus dem natürlichen Erdboden heraus hochwachsen zu lassen, wurde der Baukörper extra leicht von der Straßenflucht abgerückt.

Die Wärmeversorgung erfolgt zunächst über das bestehende System. Später sollen Wärmepumpen und unterirdische Eisspeicher die Neubauten versorgen. Die dafür vorgesehene Energiezentrale ist Teil des zweiten Bauabschnitts. Nach Angaben der Stadt soll in den Neubauten dadurch vollständig auf Gas verzichtet werden.

Baureferentin Christine Lippert bezeichnete die Arbeiten als «Operation am offenen Herzen». Drei neue Baukörper müssten in den laufenden Schulbetrieb integriert werden. Für Schüler, Lehrer und Beschäftigte bedeute dies über Jahre hinweg Provisorien und Einschränkungen.

Die Fertigstellung des ersten Abschnitts sei nur durch die enge Abstimmung mit der Schulleitung, der Fachschaft Sport und den beteiligten Dienststellen möglich gewesen.

Nach dem Umzug in die neue Halle wird die bisherige Sporthalle zurückgebaut. Im Herbst 2026 sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt beginnen. Geplant sind der Schulneubau an der Jakobinenstraße und die Eisspeicher. Anschließend folgen ein weiterer Neubau sowie die Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus.

Das HLG soll nach Abschluss der Arbeiten Platz für rund 1500 Schüler bieten. Gemeinsam mit der Otto-Seeling-Mittelschule, der Leopold-Ullstein-Realschule und der Grundschule Maistraße entsteht ein Schulzentrum mit insgesamt rund 3000 Lernenden. Die neue Sechsfachsporthalle soll dabei den hohen Bedarf des gesamten Zentrums besser abdecken.

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