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Erdwärme-Projekt: Spezialfahrzeuge sollen Untergrund in Fürth und dem Landkreis untersuchen

22. Mai 2026
Spezialfahrzeuge der N-ERGIE könnten 2026 im Großraum Nürnberg den Untergrund für das Projekt «Erdwärme Franken» untersuchen. (Foto: Symbolbild)Spezialfahrzeuge der N-ERGIE könnten 2026 im Großraum Nürnberg den Untergrund für das Projekt «Erdwärme Franken» untersuchen. (Foto: Symbolbild)

In Fürth, Oberasbach, Stein und Zirndorf könnten in der zweiten Jahreshälfte 2026 Spezialfahrzeuge unterwegs sein, die den Untergrund für das Projekt «Erdwärme Franken» untersuchen. Die N-ERGIE plant dafür 2D-Seismik-Messungen auf mehreren Linien im Großraum Nürnberg. Für die Stadt Fürth und Teile des Landkreises Fürth ist das Projekt vor allem deshalb relevant, weil die dabei gewonnenen Daten auch für die kommunale Wärmeplanung der betroffenen Kommunen nutzbar sein sollen.

Geplant sind nach Angaben der N-ERGIE sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern. Sie führen durch Nürnberg, die Stadt Fürth sowie durch mehrere angrenzende Orte. Im Landkreis Fürth werden Oberasbach, Stein und Zirndorf genannt. Die Messungen sollen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Die genaue Terminierung hängt nach Angaben des Unternehmens unter anderem von der Verfügbarkeit der Spezialfahrzeuge ab. Vorgesehen ist eine Dauer von etwa vier bis fünf Wochen.

Bei der 2D-Seismik werden Schallwellen in den Untergrund geschickt. Dafür kommen sogenannte Vibro-Trucks zum Einsatz. Diese Messfahrzeuge erzeugen gezielte Schwingungen. An der Oberfläche zeichnen Geophone die zurückgeworfenen Signale auf. Aus den Daten entsteht anschließend ein Bild der geologischen Strukturen im Untergrund. Die N-ERGIE spricht von Untersuchungen bis in eine Tiefe von fünf Kilometern. Fachleute sollen damit mögliche Zielbereiche identifizieren, die später für weitere Schritte in Betracht kommen könnten.

Für die betroffenen Kommunen in Fürth und im Landkreis Fürth geht es zunächst nicht um Bohrungen, sondern um Erkundungsdaten. Die N-ERGIE erklärt, die gesammelten Daten könnten einen Mehrwert für die kommunale Wärmeplanung liefern und würden mit den Kommunen geteilt. Damit könnte das Projekt auch dort Bedeutung bekommen, wo nicht unmittelbar eine spätere Anlage geplant ist.

Vor Ort laufen nach Angaben der N-ERGIE derzeit Abstimmungen mit Behörden, Landkreisen und Kommunen.

Das Projekt «Erdwärme Franken» ist Teil der Überlegungen der N-ERGIE, den Anteil erneuerbarer Energieträger in der Fernwärmeerzeugung zu erhöhen. Bereits 2023 erhielt das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Bayerischen Wirtschaftsministerium die Genehmigung für Untersuchungen in einem rund 200 Quadratkilometer großen Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme. 2024 folgten gravimetrische Messungen mit einem Spezialflugzeug, 2025 die Auswertung dieser Daten.

Nach Darstellung der N-ERGIE soll Erdwärme langfristig ein möglicher Baustein für eine klimaneutralere Fernwärmeversorgung sein. Die Untersuchungen sollen klären, ob eine Nutzung technisch möglich, wirtschaftlich sinnvoll und umweltverträglich realisierbar ist.