Wer an Landwirtschaft denkt, hat oft Felder, Traktoren und Ställe vor Augen. Doch auf dem Hof der Familie Engelhardt im Cadolzburger Ortsteil Egersdorf geht es um mehr. Hier steht auch die Zukunft des Berufsstandes im Fokus. Für ihr unermüdliches Engagement in der Ausbildung junger Menschen hat das Bayerische Landwirtschaftsministerium die Familie nun in München mit dem Staatsehrenpreis ausgezeichnet.
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber überreichte die Urkunde bei einem feierlichen Festakt. Die Günther und Christine Engelhardt GbR zählt damit zu den lediglich sechs bayerischen Betrieben, die in diesem Jahr diese besondere Anerkennung erhielten. Das Ministerium würdigt mit dem Preis unter dem Leitspruch «Fördern, Fordern, Voranbringen» Höfe, die bei der Lehrlingsausbildung außergewöhnliche Wege gehen.
In ihrer Ansprache machte Ministerin Kaniber deutlich, worauf es heute ankommt. Fachwissen sei zweifellos wichtig, doch eine gute Ausbildung reiche weit darüber hinaus. Die jungen Menschen müssten in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Auf Höfen wie in Egersdorf lernen die Auszubildenden Werte fürs Leben und werden eng in den Familienalltag eingebunden. Diese persönliche Prägung wirke nach Ansicht der Ministerin oft ein Leben lang nach.
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt zudem einen klaren Trend. Mittlerweile kommen rund 30 Prozent der landwirtschaftlichen Auszubildenden nicht mehr von einem eigenen Bauernhof. Auch bei der Familie Engelhardt zeigt sich diese Entwicklung deutlich. Aktuell lernen dort zwei Nachwuchskräfte. Eine junge Frau absolviert ein duales Studium und stammt aus Cuxhaven. Ohne familiäre Wurzeln in der Landwirtschaft wagt sie in Bayern einen kompletten Neuanfang und bringt gänzlich neue Perspektiven in den Betrieb ein.
Die Engelhardts denken in Egersdorf jedoch noch weiter. Neben der Ausbildung von Fachkräften liegt ihnen auch die Aufklärung der Gesellschaft am Herzen. Auf dem Hof haben sie ein eigenes Klassenzimmer eingerichtet. Hier können Schulklassen und Kindergartenkinder bei regelmäßigen Besuchen die moderne Landwirtschaft hautnah erleben und begreifen, woher die Lebensmittel stammen.
Den Stolz der Heimatgemeinde brachte der Zweite Bürgermeister des Marktes Cadolzburg, Andreas Fingerhut, zum Ausdruck. Er reiste eigens in die Landeshauptstadt, um der Familie im Namen der Kommune zu dieser herausragenden Leistung zu gratulieren.
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