In Seckendorf ist eine neue Anlage für die Verarbeitung von Bio- und Grünabfällen in Betrieb gegangen. Die AKG Agrar Kompost GmbH hat ihre neue Kompostierhalle nach gut einem Jahr Bauzeit offiziell eingeweiht. Bei der Veranstaltung wurde nach Unternehmensangaben die erste Lieferung Bioabfall in die Anlage gebracht. Unter den Gästen waren neben Beteiligten des Projekts auch Cadolzburgs Erste Bürgermeisterin Sarah Höfler und Landrat Bernd Obst.
Für das Unternehmen ist die neue Halle ein wesentlicher Ausbau des Standorts. Geschäftsführer Johann Peter sprach bei der Einweihung von einem neuen Kapitel für die Anlage in Seckendorf. Die geschlossene Rottehalle ermögliche eine effizientere und emissionsärmere Verarbeitung organischer Abfälle. Damit werde die regionale Kreislaufwirtschaft gestärkt und zugleich ein Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz geleistet.
Die neue Halle ist so konzipiert, dass die Hauptrotte des Bioabfalls künftig in einem geschlossenen Bereich erfolgt. Die Abluft wird geführt, was nach Angaben der AKG die Geruchsemissionen deutlich reduzieren soll. Auf dem Dach der Halle erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom für den Betrieb. Ein Batteriespeicher soll überschüssige Energie aufnehmen und später nutzbar machen, wenn weniger Sonnenstrom zur Verfügung steht.
Ein weiterer Bestandteil ist das Wasserkonzept. Regenwasser von Dach- und Verkehrsflächen wird gesammelt, je nach Qualität gespeichert und anschließend im Kompostierungsprozess wiederverwendet. Das Unternehmen sieht darin einen Beitrag zur Schonung von Wasserressourcen und zur besseren Nutzung geschlossener Stoffkreisläufe.
Die AKG spricht bei der Verbindung aus geschlossener Kompostierung, Photovoltaik, Batteriespeicher und Wassernutzung von einem Projekt mit bundesweitem Pioniercharakter. Gefördert worden seien nach Unternehmensangaben nur einzelne elektrisch betriebene Maschinen, nicht aber das Gesamtprojekt. Schon beim Spatenstich im April 2025 hatte die AKG das Vorhaben als Anlage mit besonderem Energie- und Wasserkonzept vorgestellt.
In den Grußworten hoben Bürgermeisterin Sarah Höfler und Landrat Bernd Obst laut Mitteilung die Bedeutung des Projekts hervor. Höfler würdigte demnach die Innovationskraft und nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens. Obst betonte die Bedeutung regionaler Verwertungskreisläufe und verwies darauf, dass Bioabfälle aus der Region künftig effizienter vor Ort verwertet werden könnten.
Die Verwertung von Bioabfällen spielt in der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Umweltbundesamts können Komposte und Gärreste in der Landwirtschaft Kunstdünger ersetzen. Kompost kann außerdem als Ersatz für Torf eingesetzt werden. Genau daran knüpft die AKG mit der Erweiterung an: Künftig sollen größere Mengen an Bio- und Grünabfällen verarbeitet und daraus hochwertiger Kompost als Torfersatz für Erdenwerke hergestellt werden.
Die AKG Agrar Kompost GmbH hat ihren Sitz in Ammerndorf. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen mehrere Anlagen zur organischen Abfallverwertung im Landkreis Fürth und erzeugt aus regionalen Abfällen gütegesicherte Komposte und nachhaltige Energie.
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