Fünf Helfer aus Fürth haben Ende Juni einen Einsatz übernommen, der sich deutlich vom gewohnten Wasserrettungsdienst an fränkischen Gewässern unterscheidet. Für die Kieler Woche reiste eine Mannschaft der Wasserwacht-Ortsgruppe Fürth mit einem Rettungsboot an die Ostsee. Gemeinsam mit Kräften der DLRG beteiligte sich das Team nach Angaben des BRK-Kreisverbands Fürth an der Absicherung der Regatten.
Die Kieler Woche fand 2026 vom 20. bis 28. Juni statt und zählt zu den bedeutendsten internationalen Segelveranstaltungen.
Für die Sicherheit auf den Regattabahnen waren nach Angaben des BRK-Kreisverbands Fürth mehrere Rettungsboote, ein Notarztboot und ehrenamtliche Helfer aus verschiedenen Teilen Deutschlands im Einsatz. Fünf Kräfte kamen demnach aus der Wasserwacht-Ortsgruppe Fürth.
„Die Bedingungen auf offener See sind ganz anders als die, die wir von unserem alltäglichen Dienst an den fränkischen Gewässern gewohnt sind“, wie Erich Kretschmar, Vorsitzender der Kreiswasserwacht im BRK Fürth, berichtete. Der eigentliche Stützpunkt der Fürther Wasserwacht liegt am Main-Donau-Kanal.
Neu ist der Einsatz an der Ostsee für die Fürther allerdings nicht. Laut BRK-Kreisverband beteiligt sich die Wasserwacht aus Fürth bereits seit 2014 mit einem Rettungsboot und einer ehrenamtlichen Besatzung an der Kieler Woche. Damit ist die Veranstaltung für einen Teil der Mannschaft längst zu einem wiederkehrenden Termin geworden.
Die Aufgaben der Wasserrettungskräfte können dabei sehr unterschiedlich ausfallen. Der BRK-Kreisverband nennt als Beispiele Hilfe beim Aufrichten von Segeln, die Versorgung gequetschter Finger und Einsätze zur Rettung von Menschenleben. Welche Hilfe tatsächlich erforderlich ist, hängt vom Verlauf der Regatten und von den jeweiligen Bedingungen auf dem Wasser ab.
Für die fünf Fürther Helfer verlief die Kieler Woche 2026 ohne größere Zwischenfälle. „Für uns war die Kieler Woche heuer relativ ruhig, unser Haupteinsatz bestand darin, bei Windstille Boote zurückzuschleppen“, so Kretschmar.
Dass Rettungsorganisationen Segelveranstaltungen absichern, gehört auch in Kiel zum regulären Aufgabenspektrum des Wasserrettungsdienstes. Die DLRG Kiel beschreibt die Begleitung von Segelveranstaltungen, darunter die Regatten der Kieler Woche, ausdrücklich als einen Schwerpunkt ihres Bootsdienstes. Dabei kommen Motorrettungsboote im Wasserrettungsdienst und bei der Absicherung von Wassersportveranstaltungen zum Einsatz.
Für Kretschmar hat die Teilnahme noch eine weitere Bedeutung. „Über die Jahre sind enge Freundschaften mit Kollegen aus ganz Deutschland entstanden. Dieser Austausch, die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und etwas Neues zu lernen, machen die Kieler Woche für mich besonders. Wasser ist eben nicht gleich Wasser, jeder Einsatz ist anders.“
Kretschmar engagiert sich seit mehr als 50 Jahren bei der Wasserwacht. Das Ehrenamt sei für ihn längst zu einer Lebensaufgabe geworden. Zugleich verweist der Kreiswasserwacht-Vorsitzende auf eine Herausforderung, die viele ehrenamtlich getragene Organisationen beschäftigt: Menschen zu finden, die einen Teil ihrer Freizeit dauerhaft für Aufgaben in der Wasserrettung einsetzen.
Die Arbeit der Wasserwacht beschränkt sich dabei nach seinen Angaben nicht auf den klassischen Schwimmdienst. „Bei uns lernt man nicht nur gut schwimmen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten von der Rettungstaucher-Ausbildung über Naturschutz bis hin zu Führungsaufgaben und vielem mehr“, erklärt Kretschmar.

