Monatelang standen schwere Vorwürfe im Raum, nun liegt das Ergebnis der ersten Untersuchungsphase vor. Arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen wurden am Stadttheater Fürth nach Angaben der Stadt nicht festgestellt. Zugleich zeigt die externe Bestandsaufnahme, dass es bei Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit Probleme gibt, die nun aufgearbeitet werden sollen.
Ausgelöst worden war der Klärungsprozess durch ein anonymes Schreiben vom 19. März 2026. Es wurde nach Darstellung der Verfasser von 25 Beschäftigten getragen. Diese schilderten darin ein belastetes Arbeitsklima und übten Kritik am Führungsverhalten sowie an der Zusammenarbeit unter Intendantin Silvia Stolz.
Die Stadt entschied sich anschließend für zwei getrennte Untersuchungswege. Einerseits sollte geklärt werden, ob arbeitsvertragliche Pflichten verletzt worden waren. Andererseits wurde untersucht, wie Führung, Kommunikation und Arbeitsabläufe innerhalb des Hauses wahrgenommen werden.
Für mögliche Pflichtverletzungen standen den Beschäftigten drei Anlaufstellen zur Verfügung: eine externe Stelle bei der Stuttgarter Kanzlei FRAHM KUCKUK SCHIRNER, das Personalamt der Stadt Fürth und der Personalrat.
Bei der externen Ansprechstelle gingen laut Stadt keine arbeitsrechtlich relevanten Hinweise ein. Zwei Sachverhalte, die dem Personalamt vorgetragen wurden, hätten ebenfalls keine Anhaltspunkte für arbeitsvertragliche Pflichtverletzungen ergeben. Auch beim Personalrat seien keine entsprechenden Eingaben gemacht worden. Hinweise auf einen gestiegenen Krankenstand hätten sich bei dieser Prüfung ebenfalls nicht bestätigt.
Damit ist der Konflikt allerdings nicht vollständig ausgeräumt. Die parallel beauftragte Kulturberatung TAKEPART führte zahlreiche Gespräche mit Beschäftigten aus verschiedenen Bereichen des Stadttheaters. Das Ergebnis: Bei Führung, Zusammenarbeit, Kommunikation und Organisationskultur besteht Handlungsbedarf.
Was genau hinter dieser Bewertung steht, lässt die Stadt in ihrer Mitteilung offen. Weder werden einzelne Kritikpunkte genannt noch wird mitgeteilt, wie viele Beschäftigte an den Gesprächen teilnahmen. Die Bestandsaufnahme macht jedoch deutlich, dass die Schwierigkeiten im Haus nicht allein auf mögliche arbeitsrechtliche Verstöße reduziert werden können.
Am Freitag, 17. Juli, wurden die Ergebnisse bei einer Personalversammlung vorgestellt. Nun soll gemeinsam mit den Beteiligten ein strukturierter Entwicklungsprozess beginnen. Dabei sollen konkrete Maßnahmen erarbeitet werden, um die Zusammenarbeit am Stadttheater dauerhaft zu verbessern.
Oberbürgermeister Thomas Jung und Kulturreferent Benedikt Döhla stellten sich nach Abschluss der ersten Phase sowohl hinter Intendantin Silvia Stolz als auch hinter die Beschäftigten. «Unser Respekt gilt allen Beteiligten, die in dieser für alle sehr belastenden Phase bereit waren, sich konstruktiv mit Kritik und Veränderungswünschen auseinanderzusetzen», erklärten beide.
Die Stadt zeigt sich zuversichtlich, dass Intendanz und Belegschaft den Veränderungsprozess gemeinsam gestalten können. Welche Schritte folgen und wie deren Umsetzung überprüft wird, ist bislang nicht bekannt.

