In der Stadt Fürth ist die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen. Nach Angaben der Agentur für Arbeit waren 4.577 Menschen arbeitslos gemeldet, 84 mehr als im Juni und ebenfalls 84 mehr als im Juli des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit von 5,7 auf 5,8 Prozent.
Der Anstieg fällt vor allem bei den jüngeren Altersgruppen auf. 434 Arbeitslose waren zwischen 15 und 25 Jahre alt, das sind 36 mehr als im Vormonat. Die Entwicklung passt zum üblichen saisonalen Verlauf vor den Sommerferien, wenn Ausbildungs- und Schulabschlüsse sowie nicht unmittelbar anschließende Beschäftigungsverhältnisse in der Statistik sichtbar werden.
Die monatlichen Bewegungen zeigen jedoch auch, dass der Arbeitsmarkt für viele Betroffene schwieriger geworden ist. Im Juli meldeten sich in Fürth 426 Menschen nach einer vorherigen Erwerbstätigkeit arbeitslos, 58 mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig beendeten nur 287 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung – sieben weniger als im Vorjahresmonat.
Besonders deutlich ist der Anstieg im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III. Dort wurden 2.071 Arbeitslose gezählt, 240 mehr als vor einem Jahr. Im Bürgergeldbereich nach dem Sozialgesetzbuch II sank die Zahl dagegen gegenüber dem Vorjahr um 156 auf 2.506 Personen. Diese gegenläufige Entwicklung deutet darauf hin, dass vor allem Menschen nach dem Ende einer versicherungspflichtigen Beschäftigung neu arbeitslos werden.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen blieb mit 1.479 nahezu auf dem Niveau des Vormonats, lag aber um 101 über dem Wert vom Juli 2025. Bei den über 55-Jährigen wurden 1.137 Arbeitslose registriert, 45 mehr als ein Jahr zuvor. Dagegen ging die Zahl arbeitslos gemeldeter Ausländer binnen Jahresfrist um 118 auf 1.875 zurück.
Auf der anderen Seite legte die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen zu. Im Juli gingen 176 neue Stellenangebote ein, 46 mehr als im Juni und 26 mehr als vor einem Jahr. Der Bestand erhöhte sich auf 781 offene Stellen. Diese Zahl beschreibt allerdings nur die bei der Arbeitsagentur gemeldeten Angebote und nicht den gesamten regionalen Stellenmarkt.
Rechnerisch kamen in Fürth auf eine gemeldete Stelle knapp sechs Arbeitslose. Je nach Beruf unterscheiden sich die Chancen erheblich: In Gesundheitsberufen und im Bau standen vergleichsweise viele Stellen zur Verfügung, während etwa in Reinigungs- und Sicherheitsberufen deutlich mehr Arbeitslose auf eine gemeldete Stelle entfielen.
Die umfassendere Unterbeschäftigung, die neben registrierten Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder Sonderstatus berücksichtigt, stieg in Fürth auf 5.737 Personen. Ihre Quote lag bei 7,2 Prozent nach 7,0 Prozent vor einem Jahr. Die Arbeitsmarktzahlen zeichnen somit ein gemischtes Bild: mehr offene Stellen als im Vorjahr, aber zugleich ein wachsender Bestand an Arbeitslosen und weniger Übergänge in Beschäftigung.

