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Mandalorianer und Stormtrooper: Star-Wars-Fans sorgen für Überraschung im Klinikum Fürth

16. September 2026, 09:54 Uhr ,
Mit Lichtschwertern und Geschenken: Mitglieder der Star Wars Fans Nürnberg besuchen Kinder und Jugendliche im Klinikum Fürth. (Foto: Susanne Haselmann)Mit Lichtschwertern und Geschenken: Mitglieder der Star Wars Fans Nürnberg besuchen Kinder und Jugendliche im Klinikum Fürth. (Foto: Susanne Haselmann)

Manche Kinder reagieren zunächst vorsichtig. Vor ihnen stehen schließlich ein Stormtrooper, ein Tusken-Räuber, ein Jedi-Ritter und gleich vier Mandalorianer. Gestalten, denen man normalerweise auf der Kinoleinwand oder dem Fernseher begegnet, laufen plötzlich durch die Flure des Klinikums Fürth. Doch die anfängliche Zurückhaltung hält nicht lange. Schon bald werden Lichtschwerter ausprobiert, Fotos gemacht und Geschenke ausgepackt.

Sieben Mitglieder der Star Wars Fans Nürnberg haben erstmals die Kinder und Jugendlichen im Klinikum Fürth besucht. Hinter den Rüstungen steckt dabei weit mehr als die gemeinsame Begeisterung für eine Filmreihe. Der Verein nutzt seine aufwendigen Kostüme seit Jahren auch für soziale Einsätze.

Die Idee für den Fürther Besuch entwickelte sich im Kontakt zwischen Florian Krug, Eventbeauftragter der Star Wars Fans Nürnberg, und Susanne Haselmann vom Verein Freunde und Förderer der Kinderklinik Fürth. Krug kannte deren Arbeit bereits aus den sozialen Netzwerken. Aus dem Austausch entstand schließlich der Plan, erstmals gemeinsam durch die Fürther Kinderklinik zu ziehen.

Foto: Klinikum Fürth

Mitgebracht hatte die Gruppe zahlreiche Spielsachen, die Sponsoren bereitgestellt hatten, dazu Star-Wars-Schlüsselanhänger und Fotoabzüge. Die kostümierten Besucher waren in verschiedenen Bereichen des Klinikums unterwegs. Dazu gehörte auch die P1, die Kinderintensivstation des Klinikums. Ein Moment dieses Nachmittags ist Florian Krug besonders im Gedächtnis geblieben. Ein kleiner Junge begegnete den ungewöhnlichen Besuchern zunächst schüchtern und skeptisch. Einige Geschenke später änderte sich die Situation. Der Junge schloss sich der Gruppe schließlich auf ihrem Weg durch die Flure an und zeigte immer wieder stolz einen Lutscher, den er bekommen hatte.

Andere Kinder hielten für die Erinnerungsfotos ein Lichtschwert in der Hand oder nahmen Grogu, besser bekannt als «Baby Yoda», in den Arm. Für Krug sind genau solche Situationen der Grund, warum sich die Vereinsmitglieder den Aufwand machen: «Genau für diese Augenblicke machen wir das.»

Auch aus Sicht des Klinikums war die Resonanz groß. Nicht nur die Kinder, sondern ebenso Eltern und Mitarbeiter wollten Erinnerungsfotos. Einer Mitarbeiterin des Spiel- und Basteltreffs blieb besonders die Reaktion eines Elternteils im Gedächtnis: «Das glaubt uns sonst nämlich kein Mensch.»

Dabei reagierten die verschiedenen Altersgruppen durchaus unterschiedlich. Während kleinere Kinder vor allem von den Figuren beeindruckt waren, interessierten sich Jugendliche stärker für das, was hinter den Rüstungen steckt. Sie wollten wissen, aus welchem Material sie bestehen und wie solche Kostüme entstehen.

Die Antwort darauf fällt von Figur zu Figur unterschiedlich aus. Einige Vereinsmitglieder bauen ihre Kostüme selbst, andere kaufen Teile im Internet oder beziehen sie über Kontakte in der Szene. Mehrere Monate Arbeit können darin stecken. Auch finanziell ist das Hobby anspruchsvoll: Ein einzelnes Kostüm könne mehrere Tausend Euro kosten, berichtet Krug.

Star Wars Fans Nürnberg schreibt seinen Mitgliedern dabei keine bestimmte Qualität der Kostüme vor. Der Verein versteht sich nicht als Zusammenschluss, bei dem jeder Zentimeter einer Rüstung einem Filmoriginal entsprechen muss. Im Vordergrund stehen für Krug das gemeinsame Hobby und die Möglichkeit, anderen Menschen damit Freude zu bereiten.

Foto: Susanne Haselmann 

Deshalb führen die Einsätze die Gruppe nicht nur zu Fanveranstaltungen. Vereinsmitglieder besuchen Kliniken, Hospize und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Bei anderen Auftritten werden zugleich Spenden gesammelt. Krug bezeichnet dieses Engagement als «Herzensangelegenheit».

Welchen Umfang das inzwischen erreichen kann, zeigte die Noris Force Con 7 in Fürth. Die vom Verein veranstaltete Star-Wars-Convention brachte zunächst 42.000 Euro an Spenden ein. Bei der späteren Übergabe wurde die Summe auf 43.000 Euro aufgerundet. Das Geld ging an die Hospizarbeit der Diakonie Nürnberg-Mögeldorf.

Im Klinikum Fürth treffen solche Besuche auf ein Umfeld, in dem Ablenkung und Beschäftigung bewusst zum Alltag der Kinderklinik gehören. Der therapeutische Spiel- und Basteltreff bietet Kindern etwa Möglichkeiten zum Spielen und Entspannen. Das Klinikum zählt solche Angebote neben medizinischer Diagnostik und Behandlung ausdrücklich zu seinen klinikbegleitenden Diensten.

Hinzu kommen besondere Besuche und Veranstaltungen. Jeden Dienstag kommen nach Angaben des Klinikums Klinik-Clowns. Im Jahresverlauf gibt es Aktionen zu Halloween, St. Martin, Weihnachten und Ostern. Auch das Stadttheater Fürth, die Höchstadt Alligators und die SpVgg Greuther Fürth waren bereits zu Gast.

Für Kinder können solche Erlebnisse mehr sein als einige unterhaltsame Minuten. Das Klinikum berichtet, dass ehemalige Patienten später in Schule oder Hort davon erzählen. Andere Kinder hätten vor einem Klinikaufenthalt bereits von Aktionen gehört und gefragt, ob während ihres Aufenthalts ebenfalls etwas Besonderes geplant sei. In solchen Momenten könnten Infusionen, Schmerzen und die ungewohnte Umgebung zumindest vorübergehend etwas an Bedeutung verlieren.

Nach dem ersten Besuch soll deshalb ein weiterer folgen. Die Star Wars Fans Nürnberg und der Förderverein wollen in Kontakt bleiben und die Zusammenarbeit ausbauen.

Auch das nächste große Benefizprojekt des Vereins steht bereits fest. Am 16. und 17. Januar 2027 zieht es die Star-Wars-Fans ins Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg. Dort soll bei «Noris Force in Space» eine eigens entwickelte Fulldome-Show laufen, unterstützt von bekannten deutschen Synchronstimmen aus dem Star-Wars-Universum. Der komplette Erlös ist für den Verein Klabautermann vorgesehen, der schwerkranke Kinder und deren Familien unterstützt.

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