Die Polizeiinspektionen Stein und Zirndorf sollen zusammengeführt werden. Das Bayerische Innenministerium hat die Fusion bereits genehmigt. Das bestätigte das Polizeipräsidium Mittelfranken auf Anfrage von Fürth Aktuell. Auch die räumliche Planung läuft bereits.
Damit bekommt die Diskussion über die Zukunft der Polizeiinspektion Stein eine neue Dimension. Polizeipräsident Gernot Rochholz hatte zuvor in einem Interview mit den «Nürnberger Nachrichten» über eine mögliche Zusammenlegung der beiden Dienststellen gesprochen. Auf die Frage, ob dies auf eine Aufgabe der Polizeiinspektion Stein hinauslaufen könne, antwortete Rochholz: «Darauf kann es hinauslaufen.»
Die Antwort des Polizeipräsidiums auf die anschließende Anfrage von Fürth Aktuell zeigt nun, wie weit die Planungen bereits fortgeschritten sind.
Die Überlegungen bestünden bereits seit längerer Zeit, teilte die Pressestelle mit. Die Fusion sei inzwischen in das Gesamtkonzept des Polizeipräsidiums Mittelfranken aufgenommen und vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration genehmigt worden.
Wann die beiden Dienststellen tatsächlich zusammengeführt werden, ist allerdings offen.
Nach Angaben des Präsidiums gibt es für die Zusammenführung bereits einen genehmigten Raumbedarf. Dieser beruhe auf einer entsprechenden Personalplanung. Vorgesehen seien Flächen auf dem Gelände der heutigen Polizeiinspektion Zirndorf sowie Flächen innerhalb des benachbarten Ankerzentrums. Das Staatliche Bauamt Ansbach sei bereits mit den weiteren baufachlichen Planungen beauftragt worden.
Damit zeichnet sich auch der künftige Schwerpunkt der gemeinsamen Dienststelle ab: Er soll in Zirndorf liegen.
Stein könnte Polizeiwache bleiben
Für Stein bedeutet die Fusion nach derzeitigem Stand allerdings nicht, dass die Polizei vollständig aus der Stadt verschwindet.
Die finalen Planungen seien noch nicht abgeschlossen und müssten weiter geprüft und abgewogen werden, erklärt das Polizeipräsidium. Die gegenwärtig wahrscheinlichste Variante sehe eine Fusion der beiden Polizeiinspektionen vor, während beide Standorte grundsätzlich erhalten bleiben.
Die heutige Polizeiinspektion Stein könnte dabei künftig als Polizeiwache mit festgelegten Öffnungszeiten weitergeführt werden.
Das wäre dennoch eine erhebliche strukturelle Veränderung. Die PI Stein ist derzeit eine eigenständige Polizeiinspektion und für Stein, Oberasbach und Roßtal zuständig. Ihr Bereich umfasst nach Angaben der Bayerischen Polizei rund 76 Quadratkilometer mit etwa 43.000 Einwohnern.
Die PI Zirndorf hat einen deutlich größeren Zuständigkeitsbereich. Sie betreut auf rund 232 Quadratkilometern etwa 74.000 Einwohner. Dazu gehören Zirndorf und Langenzenn sowie Ammerndorf, Cadolzburg, Wilhermsdorf, Großhabersdorf, Obermichelbach, Puschendorf, Seukendorf, Tuchenbach und Veitsbronn.
Polizei verspricht keine Einschränkungen beim Streifendienst
Besonders sensibel ist die Frage, ob die Neuorganisation Auswirkungen auf die Präsenz der Polizei in Stein, Oberasbach und Roßtal haben könnte.
Das Polizeipräsidium verneint dies. Die Betreuung durch den Streifendienst solle von der Fusion unberührt bleiben. Nach Darstellung des Präsidiums soll die Zusammenlegung sogar dazu beitragen, mehr Personal für die operative Polizeiarbeit verfügbar zu machen.
Ziel sei die Schaffung einer leistungsstarken Polizeiinspektion mit einem personalstarken Streifendienst. Durch die Bündelung der beiden bisherigen Dienststellen sollen Synergieeffekte genutzt und Verwaltungsaufgaben reduziert werden.
«Generell ist die Zielrichtung, mehr Präsenz auf die Straße zu bringen und Verwaltungsbereiche durch Synergien zu reduzieren», erklärte das Polizeipräsidium gegenüber Fürth Aktuell.
Ob das heutige Gebäude der PI Stein dauerhaft weiter genutzt wird, ist ebenfalls noch nicht abschließend entschieden. Auf die Frage von Fürth Aktuell, ob das Gebäude vollständig aufgegeben werden solle, verwies das Präsidium auf die noch laufenden Planungen und die Variante einer Polizeiwache am Standort.
Einen Termin für die Fusion gibt es bislang nicht. Obwohl das Vorhaben grundsätzlich genehmigt ist, hängt die tatsächliche Umsetzung nach Angaben des Polizeipräsidiums insbesondere von den weiteren Planungen, den notwendigen Baumaßnahmen und den verfügbaren Haushaltsmitteln ab.
Auf Nachfrage von Fürth Aktuell erklärte das Polizeipräsidium, derzeit handle es sich vorrangig um polizeiliche Überlegungen. Die Kommunen sollen informiert werden, sobald die fachlichen und insbesondere die baulichen Planungen weiter konkretisiert sind und die erforderlichen Gutachten vorliegen.

