Irgendwo zwischen Nürnberg und Fürth sitzt Mister X in einer U-Bahn, einem Bus oder einer Straßenbahn. Mehrere Ermittlerteams versuchen herauszufinden, wohin er unterwegs ist. Sie kennen seinen Standort nur zeitweise und müssen entscheiden, welche Verbindung ihnen den entscheidenden Vorsprung verschaffen könnte. Am Samstag, 19. September, wird aus dem bekannten Brettspiel «Scotland Yard» ein Spiel im echten Nahverkehrsnetz. (Anmeldung hier)
Fürth ist dabei keineswegs nur theoretischer Teil des Spielfelds. Bereits bei der letzten «Jagd nach Mister X» waren Ermittlerteams in der Stadt unterwegs, berichtet Sebastian Pfaller vom Deutschen Spielearchiv im Haus des Spiels. Auch bei der Neuauflage rechnet er damit, dass die Verfolger nach Fürth kommen werden. «Es ist davon auszugehen, dass bei den Spielerunden die Teams auf jeden Fall nach Fürth fahren», sagt Pfaller. Einen Grund sieht er in der U-Bahn, die für die Jagd ein besonders geeignetes Fortbewegungsmittel sei.
Das Prinzip orientiert sich eng am Brettspielklassiker «Scotland Yard». Mister X bekommt zunächst einen Vorsprung und bewegt sich anschließend mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch das festgelegte Spielgebiet. Die Ermittler versuchen in Teams, seinen Weg vorauszusehen und ihn einzuholen. Eine Station reicht für die Festnahme
Physisch festhalten oder überhaupt sehen müssen die Ermittler Mister X nicht. Entscheidend ist die Position im Verkehrsnetz. Befindet sich ein Team zum richtigen Zeitpunkt an derselben Station wie der Gesuchte, gilt Mister X als gefangen. Dabei kommt es auf die Haltestelle beziehungsweise den Bahnsteig an und nicht darauf, ob sich beide tatsächlich im gleichen Wagen begegnen.
Die Koordination läuft über den Messenger Signal. In der Zentrale im Haus des Spiels am Nürnberger Pellerhaus wird auf einer großen Netzkarte verfolgt, wo sich Mister X und die einzelnen Teams befinden. Wie beim Brettspiel muss Mister X zudem von Zeit zu Zeit seinen Standort preisgeben. Dadurch erhalten die Verfolger neue Anhaltspunkte, falls sie zuvor in die falsche Richtung gefahren sind.
Die Rolle des Mister X ist anspruchsvoller, als einfach in den nächsten Bus einzusteigen. Nach Angaben Pfallers muss der Flüchtende das Verkehrsnetz gut kennen und vorausschauend planen. Einer der Mister-X-Darsteller habe sich bereits bei einer früheren Runde bewährt. Für einen weiteren Platz konnten sich Interessierte über die sozialen Netzwerke bewerben.
Dass die Jagd keineswegs immer zugunsten der Ermittler endet, zeigen frühere Durchgänge. Pfaller erinnert sich an eine Runde, bei der Mister X am Weißen Turm in Nürnberg gestellt wurde. Bei anderen Durchgängen sei ihm dagegen die Flucht gelungen. Wo die Jagd diesmal endet, ist offen. Gerade deshalb kann auch Fürth eine wichtige Rolle spielen. Bis zu sechs Ermittler bilden ein Team
Gespielt wird in Gruppen mit bis zu sechs Personen. Die Teilnehmerzahl ist bewusst begrenzt. Würden zu viele Teams gleichzeitig auf die Jagd gehen, hätte Mister X nach Einschätzung Pfallers kaum noch eine realistische Chance zu entkommen.
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an unterschiedliche Altersgruppen. Bei Kindern empfiehlt Pfaller allerdings eher ein Alter, in dem sie bereits längere Strecken bewältigen können. Denn obwohl Bus und Bahn eine zentrale Rolle spielen, wird während der Jagd auch einiges zu Fuß zurückgelegt.
Wer mitspielen möchte, muss sich vorab anmelden. Die Anmeldung ist bis zum 16. September vorgesehen. Für den 19. September sind zwei Spielrunden angesetzt. Pro Runde stehen maximal 48 Plätze zur Verfügung. Wer bereits ein Deutschlandticket, eine VGN-Dauerkarte, Mobicard oder ein anderes geeignetes Ticket besitzt, kann dieses nutzen. Für Teilnehmer ohne Fahrschein werden vor Ort pro Runde TagesTickets Plus bereitgestellt.
Ausgangspunkt und Einsatzzentrale ist das Haus des Spiels im Pellerhaus am Egidienplatz in Nürnberg. Von dort startet Mister X mit Vorsprung ins Verkehrsnetz. Kurz darauf schwärmen die Ermittler aus. Ihr Ziel: die richtige Verbindung wählen, Mister Xs nächsten Zug vorhersehen und vielleicht dafür sorgen, dass seine Flucht diesmal in Fürth endet.

