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Vom Demenzcafé bis zur Humor-Therapie: Elf von 14 Kommunen im Landkreis Fürth sind demenzfreundlich

10. September 2026, 10:56 Uhr
Während der Bayerischen Demenzwoche informieren Kommunen im Landkreis Fürth über Hilfs- und Beratungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. (Foto: Symbolbild)Während der Bayerischen Demenzwoche informieren Kommunen im Landkreis Fürth über Hilfs- und Beratungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. (Foto: Symbolbild)

Elf von 14 Kommunen im Landkreis Fürth sind bereits als demenzfreundlich ausgezeichnet. Damit verfügt ein großer Teil des Landkreises inzwischen über Strukturen und Angebote, die das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen erleichtern sollen. Ziel ist es, bessere Lebensbedingungen zu schaffen und Betroffenen möglichst lange gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Zusätzliche Aufmerksamkeit bekommt das Thema in den kommenden Tagen durch die 7. Bayerische Demenzwoche. Sie findet vom 18. bis 27. September 2026 statt. Der Landkreis beteiligt sich mit mehreren Vorträgen, Beratungsangeboten und Begegnungsformaten. Bereits am 17. September findet im Landratsamt Fürth der Auftaktvortrag «Demenz verstehen» mit Prof. Dr. Jens Benninghoff, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin und Entwicklungsstörungen am Isar-Amper-Klinikum Haar, statt. Er informiert über neue Erkenntnisse zur Diagnostik und Behandlung sowie darüber, wie geistige Fähigkeiten möglichst lange erhalten werden können.

Viele Kommunen haben eigene Angebote

Yvonne Götz vom Pflegestützpunkt des Landkreises Fürth sieht die Entwicklung grundsätzlich positiv. Die Kommunen seien bereits «auf einem sehr guten Weg, demenzfreundlicher zu werden». In den vergangenen Jahren sei viel getan worden, um das Bewusstsein für Demenz zu stärken und entsprechende Angebote aufzubauen, betonte sie gegenüber Fürth Aktuell.

Im Landkreis haben sich dabei unterschiedliche Modelle entwickelt. In Langenzenn wurde gemeinsam mit Markt Erlbach und Wilhermsdorf eine «Demenzbrücke» ins Leben gerufen. Hinzu kommen Gedächtnistrainings und Vorträge. In Ammerndorf gibt es regelmäßig einen Stammtisch für Menschen mit Demenz.

Cadolzburg setzt auf ein Demenzcafé, das nach Angaben von Götz ausdrücklich allen Bürgern offensteht, unabhängig davon, ob eine Demenzerkrankung vorliegt. Auch in Roßtal, Stein und Veitsbronn bestehen Cafés und Treffpunkte, die Begegnung ermöglichen und das Bewusstsein für das Thema stärken sollen.

Hinzu kommen sogenannte Demenzboxen, die in Kommunen ausgeliehen werden können. Sie enthalten Materialien, die Beschäftigung, Erinnerung und gemeinsame Aktivitäten unterstützen sollen.

Noch nicht überall gleich weit

Trotz der positiven Entwicklung sieht Götz weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten. Konkret nennt sie Wilhermsdorf. Dort wäre aus ihrer Sicht mehr Unterstützung notwendig, um bestehende Angebote bei den Bürgern bekannter zu machen und die Sensibilisierung weiter voranzutreiben.

Gerade die Bekanntheit vorhandener Hilfen sei entscheidend. Angebote könnten nur genutzt werden, wenn Betroffene und Angehörige wissen, wo sie Unterstützung finden.

Konkrete Zahlen dazu, wie viele Menschen im Landkreis Fürth mit Demenz leben, liegen dem Pflegestützpunkt derzeit nicht vor. Götz geht jedoch von einer steigenden Tendenz aus. Gleichzeitig beobachtet sie, dass das Thema zunehmend offener behandelt wird. Demenz werde stärker aus der Tabuzone herausgeholt und weniger als früher «hinter verschlossenen Türen» gehalten.

Zirndorf will nachziehen

Zu den Kommunen, die sich noch auf dem Weg zur Auszeichnung befinden, gehört Zirndorf. Dort arbeitet ein Arbeitskreis daran, die Voraussetzungen für die Anerkennung als «Demenzfreundliche Kommune» zu schaffen.

Im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche organisiert der Arbeitskreis am 24. September von 14 bis 16 Uhr in der Paul-Metz-Halle eine «Humor-Therapie». Menschen mit Demenz, Angehörige und weitere Interessierte sollen dort bei Musik, Gesang und Witzen zusammenkommen. Ziel ist ausdrücklich die Integration der erkrankten Menschen.

Beratung steht im Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt der Demenzwoche liegt auf Information und Beratung. In Obermichelbach informieren Yvonne Götz und Barbara Todt von der Fachstelle für pflegende Angehörige der AWO am 23. September über einen sensiblen Umgang mit Menschen mit Demenz. Durch mehr Verständnis für das Verhalten Erkrankter soll Ausgrenzung vermieden werden.

Am 24. September stellt Götz in Cadolzburg zudem den Pflegestützpunkt und dessen Kooperationspartner vor. Dazu gehört unter anderem eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz.

Einen weiteren Beratungsstand gibt es am 25. September von 10 bis 14 Uhr im FORUM Stein. Dort informieren Tanja Maier, Seniorenbeauftragte des Landkreises, Yvonne Götz und Vertreter der demenzfreundlichen Kommune Stein über konkrete Hilfs- und Beratungsangebote.

Maier hatte bereits im Vorfeld darauf hingewiesen, dass gerade diese praktischen Informationsangebote während der Demenzwoche eine wichtige Rolle spielen. Der Landkreis will damit nicht nur Aufmerksamkeit für das Thema schaffen, sondern vorhandene Hilfen sichtbarer machen.

Vom Einzelprojekt zum Netzwerk

Die Demenzwoche zeigt damit zugleich, wie unterschiedlich Unterstützung aussehen kann: Medizinische Information, Beratung für Angehörige, Begegnung, Prävention und kommunale Projekte greifen ineinander.

Für Götz ist vor allem die weitere Vernetzung entscheidend. Ziel müsse es sein, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und die vorhandenen Angebote so miteinander zu verbinden, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen möglichst wohnortnah Unterstützung finden.

Mit elf bereits ausgezeichneten Kommunen ist ein großer Teil dieses Weges zurückgelegt. Die nächsten Schritte liegen nun darin, bestehende Angebote bekannter zu machen, Lücken zu schließen und weitere Kommunen einzubeziehen.

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