Noch stehen Regale, Gartenartikel und Baumaterialien im BayWa Bau- und Gartenmarkt an der Tucherstraße in Fürth. Doch der Abverkauf läuft, Ende November ist Schluss. Hinter der Frage, wann die letzten Waren verkauft sind, zeichnet sich für Fürth bereits die wesentlich größere ab: Was geschieht anschließend mit einem derart großen Gewerbestandort?
Rund 40.000 Quadratmeter umfasst das Areal nach Angaben des Fürther Wirtschaftsreferenten Horst Müller. «Wir haben natürlich ein großes Interesse daran zu erfahren, was dort jetzt passiert», sagte er gegenüber Fürth Aktuell. Ein Gespräch mit BayWa über die weitere Entwicklung des Standorts sei bereits vorgesehen.
Dabei ist eine Unterscheidung wichtig: Der schließende Baumarkt trägt zwar den Namen BayWa, wird aber nicht von der BayWa AG betrieben. Rechtlicher Betreiber ist die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG mit Sitz in Dortmund. Die Gesellschaft ist eine Schwesterfirma des Unternehmens Hellweg. Seit Januar 2012 werden die BayWa Bau- und Gartenmärkte von Hellweg gesteuert.
Am Standort in Fürth spielt die BayWa AG dennoch eine wichtige Rolle. Nach Angaben Müllers gehört BayWa nämlich das Gelände, auf dem der Baumarkt steht. Außerdem betreibt die BayWa AG dort weiterhin ihr Bauzentrum für Baustoffe. Dieser Bereich mit rund 50 Mitarbeitern ist von der Schließung des Bau- und Gartenmarkts nicht betroffen. Auf einem anderen Teil des Areals befindet sich der Baumarkt, dessen Mietverhältnis laut Müller zum 30. November endet.
Für die Baumarkt-Filiale in Fürth konnte im laufenden Sanierungsverfahren bislang kein Käufer gefunden werden. Das gilt auch für eine Reihe weiterer Filialen. Die nicht übernommenen Märkte sollen bis Ende November schließen. Bis dahin läuft der Geschäftsbetrieb im Rahmen des Abverkaufs weiter. Auf der Internetseite von BayWa Bau & Garten wird inzwischen für sämtliche Märkte auf den laufenden Abverkauf hingewiesen. „Wir schließen diesen Markt“, heißt es auf großen Bannern auch in Fürth.
Die Folgen treffen vor allem die Beschäftigten. Thomas Feldmann, Kommunikationsberater für Hellweg und BayWa Bau & Garten, erklärte auf Anfrage von Fürth Aktuell, dass in einem Markt durchschnittlich 30 bis 35 Menschen beschäftigt seien. Eine konkrete Mitarbeiterzahl für Fürth nannte das Unternehmen nicht.
Für die Filialen, für die bislang kein Erwerber gefunden wurde, sind vorsorgliche Kündigungen ausgesprochen worden. Zugleich liefen zuletzt weiterhin Gespräche über mögliche Lösungen für einzelne Standorte. Eine Übernahme des Fürther Markts wurde bislang jedoch nicht bekannt.
Damit verschiebt sich auch bei der Stadt der Blick zunehmend von der Rettung des Baumarkts auf die Nachnutzung der Fläche.
Dass erneut ein Baumarkt in das Gebäude einzieht, hält Wirtschaftsreferent Müller eher für unwahrscheinlich. Festgelegt ist die künftige Nutzung damit allerdings noch nicht. Entscheidend dürfte sein, welche Vorstellungen die BayWa als Eigentümerin der Flächen verfolgt und welche Interessenten sich tatsächlich für das Gelände finden.
Müller telefonierte in dieser Woche mit einem BayWa-Verantwortlichen. Laut Müller liegen bereits Anfragen für das Areal vor – sowohl bei ihm selbst als auch bei der BayWa AG. Einzelheiten darüber, von wem diese stammen und welche Nutzung vorgesehen sein könnte, sind bislang nicht bekannt.
Für eine Nachnutzung spricht aus Sicht des Wirtschaftsreferenten vor allem die Lage. Müller bezeichnet den Standort als sehr gut und rechnet eher nicht damit, dass die Fläche über einen längeren Zeitraum leer stehen wird. Bei dem angekündigten Treffen mit BayWa soll deshalb auch darüber gesprochen werden, welche Perspektive für das Areal realistisch ist.
Für Fürth geht es bei der weiteren Entwicklung allerdings nicht nur um die Nutzung einer großen Gewerbefläche. Mit dem Ende des Baumarkts verschwinden zunächst auch Arbeitsplätze. Müller bedauert diese Entwicklung. Gleichzeitig geht er davon aus, dass viele der betroffenen Beschäftigten eine Chance auf eine neue Stelle haben.

