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Mit der Drohne über die Streuobstwiese: Was bei Tuchenbach erprobt wird

4. Oktober 2026, 14:48 Uhr , ,
Eine DJI Matrice 4E überfliegt eine Streuobstwiese bei Tuchenbach: Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken erprobt den Einsatz von Drohnen zur digitalen Erfassung der Bestände. (Foto: LPV)Eine DJI Matrice 4E überfliegt eine Streuobstwiese bei Tuchenbach: Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken erprobt den Einsatz von Drohnen zur digitalen Erfassung der Bestände. (Foto: LPV)

Baum für Baum erfassen, ohne jeden Bestand zunächst vollständig zu Fuß aufnehmen zu müssen: Auf einer Streuobstwiese nordwestlich von Tuchenbach wird erprobt, wie Drohnen künftig bei dieser Aufgabe helfen könnten. Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken entwickelt eine digitale Lösung, mit der sich Streuobstbestände aus der Luft genauer dokumentieren lassen sollen.

Wie das einmal funktionieren könnte, zeigte der Verband bei einem Vorführtermin. Eine DJI Matrice 4E flog über die Streuobstwiese und demonstrierte die geplante Befliegung. Fertig ist das System noch nicht. Die technische Lösung befindet sich derzeit in der Entwicklung. Künftig sollen möglichst einzelne Bäume lokalisiert und Informationen über Größe, Art und Vitalität erfasst werden.

Aus diesen Informationen könnte ein genaueres Bild darüber entstehen, welche Bäume Pflege benötigen und wo Handlungsbedarf besteht. Für den Landschaftspflegeverband ist das entscheidend, wenn die Bestände langfristig erhalten werden sollen. «Uns geht es darum, unsere Streuobstwiesen langfristig zu sichern. Mit der Drohnenkartierung schaffen wir die Datengrundlage, um gezielt zu pflegen, statt nur zu reagieren», erklärte der Verbandsvorsitzende Gerhard Wägemann.

Dass eine solche Bestandsaufnahme wichtig werden kann, zeigen die Zahlen für ganz Bayern. Streuobstwiesen zählen mit rund 5000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Gleichzeitig ist ein großer Teil der früheren Bestände verschwunden. Bei der letzten landesweiten Obstbaumzählung 1965 wurden in Bayern noch rund 20 Millionen Streuobstbäume registriert. Heute wird ihre Zahl auf weniger als sechs Millionen geschätzt. Der Bayerische Streuobstpakt beziffert den Rückgang seit 1965 auf etwa 70 Prozent.

Die Entwicklung bei Tuchenbach passt deshalb zu einem größeren Vorhaben. Mit dem 2021 geschlossenen Bayerischen Streuobstpakt sollen vorhandene Bestände erhalten und bis 2035 zusätzlich eine Million Streuobstbäume gepflanzt werden. Dabei geht es nicht allein um neue Bäume. Erfassung, Monitoring, Fernerkundung und Pflege gehören ebenfalls zu dem Maßnahmenpaket. Bis April 2026 waren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Förderungen für rund 250.000 neu gepflanzte Bäume sowie die Pflege von mehr als 125.000 weiteren Bäumen bewilligt.

Das Tuchenbacher Projekt wird von der Sparkassenstiftung Bayern unterstützt. Bei der Vorführung waren unter anderem Matthias Dießl, Präsident des Bayerischen Sparkassenverbandes, und Fürths Landrat Bernd Obst dabei. «Wir fördern Projekte, die in der Region etwas bewegen und Bestand haben. Die Streuobstwiesen sind ein Stück bayerischer Identität – es lohnt sich zu investieren», sagte Dießl.

Bis eine Drohne tatsächlich systematisch Daten über die Streuobstbäume in der Region liefern kann, sind noch weitere Entwicklungsschritte nötig. Beim Termin präsentierte der Landschaftspflegeverband deshalb neben der geplanten Befliegung auch erste Ergebnisse aus einer Erhebung am Boden. Die Arbeiten gehören zum Projekt «Streuobst für Mittelfranken», das von 2023 bis 2027 läuft. Ziel ist der langfristige Schutz der regionalen Streuobstbestände.

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