Stein ist bei der 48. Jahrestagung des amtlichen Naturschutzes in Bayern als Exkursionsziel ausgewählt worden. Fachkräfte staatlicher Naturschutzbehörden besuchten bei einem halbtägigen Termin drei sehr unterschiedliche Orte im Stadtgebiet, an denen sich Fragen von Biodiversität, Flächennutzung und Klimaanpassung zeigen.
Eingeladen hatte die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege. Die Jahrestagung richtete sich laut Stadtverwaltung an Beschäftigte des bayerischen Umweltministeriums und der staatlichen Naturschutzbehörden. Für einen Exkursionstag standen sieben Themen und Ziele zur Auswahl, darunter Stein.
Erste Station war der Totholzgarten am Schulweg. Stadtgärtner Jörg Jaroszewski erläuterte dort Entstehung und Pflege des Areals. Abgestorbenes Holz kann Insekten, Pilzen und weiteren Organismen als Lebensraum dienen und damit die Artenvielfalt auch im dicht besiedelten Raum fördern.

Der Totholzgarten erhielt bereits eine Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade. Solche kleinräumigen Maßnahmen ersetzen zwar keine großflächigen Schutzgebiete, können aber örtlich wichtige Strukturen schaffen, wenn sie dauerhaft gepflegt und in ein vernetztes Grünkonzept eingebunden werden.
Anschließend führte Bauamtsleiter Wolfgang Schaffrien die Gruppe durch den Krügelpark. Auf dem rund 2,2 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Möbelhauses ist ein Wohnquartier entstanden. Der Fall steht exemplarisch für die Frage, wie bereits bebaute innerstädtische Flächen umgenutzt werden können, statt zusätzlichen Freiraum am Stadtrand in Anspruch zu nehmen.
Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Naturschutzgebiet Hainberg, das sich teilweise auf Steiner Stadtgebiet erstreckt. Christine Brahm und Wolfgang Endres von der Regierung von Mittelfranken informierten über die Sandmagerrasen und offenen Landschaftsbereiche. Diese nährstoffarmen Standorte gelten als besonders wertvoll, weil sie spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.
Die Exkursion verband damit drei Ebenen kommunaler Umweltpolitik: die Gestaltung kleiner Lebensräume innerhalb der Stadt, die Umwandlung einer bereits genutzten Fläche und den Schutz einer historisch gewachsenen Naturlandschaft. Dass Stein als eines von sieben Zielen der Fachtagung ausgewählt wurde, zeigt vor allem das fachliche Interesse an den dort umgesetzten Projekten.

