Der Preis war ihm bereits im Sommer zugesprochen worden, jetzt hat Norbert Treuheit die Auszeichnung auch offiziell entgegengenommen. Am 28. Oktober wurde der in Cadolzburg lebende Verleger im Bürgersaal von Wolframs-Eschenbach mit dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis 2026 geehrt. Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster überreichte den mit 15.000 Euro dotierten Kulturpreis. Mit der Ehrung würdigt der Bezirk Mittelfranken Treuheits jahrzehntelanges Engagement für die Literatur.
Der 1956 in Fürth geborene Literaturwissenschaftler gründete 1988 den ars vivendi Verlag in Cadolzburg. Seither hat er zahlreiche Schriftsteller aus Franken, anderen Teilen Deutschlands und dem Ausland begleitet. Besonders mit der Förderung des Frankenkrimis machte sich der Verlag einen Namen. Zu den bedeutendsten Projekten zählt eine neue Gesamtausgabe der Werke William Shakespeares. Für seine verlegerische Arbeit wurde das Unternehmen mehrfach mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet.
Auch der örtlich zuständige Bezirksrat und Großhabersdorfer Bürgermeister Thomas Zehmeister würdigte den Preisträger: «Mit Norbert Treuheit wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die von Cadolzburg aus die fränkische Literaturlandschaft über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat.»
Zehmeister zeigte sich besonders stolz auf die Auszeichnung. Bemerkenswert sei zudem, dass bereits im vergangenen Jahr mit Ewald Arenz ein Schriftsteller geehrt worden sei, dessen Bücher bei ars vivendi erschienen sind. Damit besteht auch beim diesjährigen Kulturpreis eine enge Verbindung zum Cadolzburger Verlag.
Neben dem Hauptpreis wurden drei Kulturförderpreise verliehen, die mit jeweils 5.000 Euro ausgestattet sind. Ausgezeichnet wurden die Instrumentalband Sutcliffe, die Schriftstellerin Nadine Schneider und die bildende Künstlerin Anne Sterzbach.
Sutcliffe verbindet in ihren eigenen Kompositionen Einflüsse aus Americana, Avantgarde und Filmmusik. Die Band wurde insbesondere für ihre eigenständige musikalische Ausdrucksweise, die Verbindung von Musik und visueller Kunst sowie ihr kulturelles Engagement gewürdigt.
Die 1990 in Nürnberg geborene und heute in Burgthann lebende Nadine Schneider beschäftigt sich in ihren Romanen mit Familiengeschichten, Flucht, Vertreibung und der Frage nach Herkunft und Heimat. Zu ihren Werken zählen «Drei Kilometer» (2019), «Wohin ich immer gehe» (2021) und «Das gute Leben» (2026).
Anne Sterzbach, 1969 in Bayreuth geboren und heute in Nürnberg wohnhaft, arbeitet mit Zeichnungen, Fotografien, Objekten und Installationen. Ihre Kunst beschäftigt sich insbesondere mit dem Zusammenspiel von Raum, Material und Wahrnehmung.
Der Bezirk Mittelfranken vergibt den Wolfram-von-Eschenbach-Preis seit 1980. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die durch ihre Herkunft, ihren Lebensmittelpunkt oder ihr kulturelles Schaffen mit Franken verbunden sind. Über die Vergabe entscheidet der Bezirkstag auf Grundlage der Vorschläge einer Fachjury.

