Es ist ein starker Kontrast: Hier die schweren, laut brummenden Traktoren, die mit bunten Lichtern die Nacht erhellen – dort die leisen, oft unausgesprochenen Wünsche von Menschen, deren Lebenszeit fast abgelaufen ist. Doch genau diese beiden Welten haben im Landkreis Fürth zueinandergefunden. Die Initiative «Ein Funken Hoffnung» der lokalen Landwirte unterstützt erneut das Herzenswunschmobil des Roten Kreuzes.
Wenn Christian Kammerer von der Aktion erzählt, spürt man den Stolz auf den Zusammenhalt seines Berufsstandes. Rund 100 Traktoren brachten die Landwirte am dritten Advent auf die Straße, geschmückt wie Weihnachtsbäume auf Rädern. Der Startpunkt in Wilhermsdorf wurde dabei zum Festplatz, wo Bratwurst und Glühwein reißenden Absatz fanden. Doch das Geld, das dort eingenommen wurde, war nie für die eigene Tasche bestimmt.
Am Freitag wurde Kassensturz gemacht – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 1400 Euro übergab Kammerer nun im Katastrophenschutzzentrum in Fürth-Atzenhof. Empfänger ist das Herzenswunschmobil des BRK-Kreisverbands Fürth. Ein Projekt, das dort ansetzt, wo die Medizin an ihre Grenzen stößt. Es geht darum, Schwerkranken einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen, sei es eine Fahrt an den See oder der Besuch bei der Familie.
«Uns war schnell klar, dass wir das Geld für einen guten Zweck einsetzen möchten», erklärte Kammerer die Motivation der Landwirte. Es gehe darum, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Waltraud Heiter vom BRK weiß, wie wichtig jeder Cent für das rein spendenfinanzierte Projekt ist. Sie berichtete von Fahrten zur Zugspitze oder zum Pferdehof – Momente, die für die Betroffenen unbezahlbar sind, aber eben doch Geld kosten.
Für Landrat Bernd Obst, zugleich Vorsitzender des BRK-Kreisverbands Fürth, ist diese Verbindung zwischen den Bauern und dem Rettungsdienst ein Symbol für die Region: «Die Lichterfahrten haben eindrucksvoll gezeigt, wie unverzichtbar Landwirtschaft und Ehrenamt für unseren Landkreis sind.» So sorgt der «Funken Hoffnung» nicht nur im Dezember für Licht auf den Straßen, sondern bringt nun, Wochen später, auch Licht in den Alltag schwerkranker Menschen.
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