Freitag, 20. Februar 2026 12:32
Wetter2.7°C | Klarer Himmel

Transatlantisches Vermächtnis in Fürth: Henry-Kissinger-Stiftung geplant

20. Februar 2026
Vertreter der bayerischen Staatsregierung, der Münchner Sicherheitskonferenz und Kissinger-Biografin Evi Kurz unterzeichnen am Rande der Sicherheitskonferenz die Absichtserklärung zur Gründung der „Stiftung Henry Kissinger Haus Fürth“. (Foto: MSC/Kuhlmann)Vertreter der bayerischen Staatsregierung, der Münchner Sicherheitskonferenz und Kissinger-Biografin Evi Kurz unterzeichnen am Rande der Sicherheitskonferenz die Absichtserklärung zur Gründung der „Stiftung Henry Kissinger Haus Fürth“. (Foto: MSC/Kuhlmann)

In Fürth wächst die Idee, dem international bekannten, 1923 in der Stadt geborenen ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger ein dauerhaftes Denkmal zu setzen: Im Rahmen der 62. Münchner Sicherheitskonferenz haben Vertreter der bayerischen Staatsregierung, der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) und die Kissinger-Biografin Evi Kurz eine Absichtserklärung zur Gründung der „Stiftung Henry Kissinger Haus Fürth“ unterzeichnet. Ziel der Initiative ist es laut Mitteilung, das Leben und Wirken Kissingers als Ausgangspunkt für Forschung, Bildung sowie den Gedanken der internationalen Verständigung und Toleranz zu nutzen und damit gleichzeitig den Wissenschafts- und Diskursstandort Bayern zu stärken.

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung erfolgte am Rande der Sicherheitskonferenz durch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, den Vorsitzenden des Stiftungsrats der MSC Wolfgang Ischinger, Staatsminister Dr. Florian Herrmann und Evi Kurz. Die Stiftung soll den Angaben zufolge den transatlantischen Dialog fördern und an Kissingers Lebensleistung erinnern. Kissinger war bis zu seinem Tod 2023 einer der bekanntesten Akteure internationaler Diplomatie im 20. Jahrhundert, Friedensnobelpreisträger und lange Jahre maßgeblicher Gestalter der deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Die Initiatoren der Stiftung betonen, dass Kissingers Geburt in Fürth und seine spätere weltpolitische Karriere exemplarisch für die transatlantische Verbindung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten stehen. Innenminister Herrmann bezeichnete ihn als eine der herausragenden Autoritäten der Außenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Laut Dr. Florian Herrmann bietet die Stiftung „großes Potenzial für Forschung, Bildung und internationale Vernetzung“. Für Ischinger, der lange Jahre die Münchner Sicherheitskonferenz leitete, gehört Kissinger zu den prägenden Transatlantikern der vergangenen Jahrzehnte; er nahm mehrfach an der Konferenz teil und war 2009 erster Preisträger des dort vergebenen Kleist-Preises.

Kritiker von Kissingers Erbe weisen darauf hin, dass seine Rolle in bestimmten außenpolitischen Entscheidungen, etwa während des Vietnamkriegs oder in Lateinamerika, kontrovers diskutiert wird. In Deutschland hat Kissinger bis heute Bewunderung und Kritik hervorgerufen; eine öffentliche Debatte über die Benennung internationaler Institutionen nach historischen Persönlichkeiten könnte daher noch intensiver geführt werden.