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Kostenfalle Bibert Bad: Zirndorfer Lokalpolitik sucht nach Rettungsplänen

7. März 2026 , , , ,
Das Zirndorfer Bibertbad steht wegen eines wachsenden Defizits im Fokus der Lokalpolitik: CSU und Volt stellen unterschiedliche Konzepte für den Erhalt der Freizeiteinrichtung vor. (Foto: Symbolbild)Das Zirndorfer Bibertbad steht wegen eines wachsenden Defizits im Fokus der Lokalpolitik: CSU und Volt stellen unterschiedliche Konzepte für den Erhalt der Freizeiteinrichtung vor. (Foto: Symbolbild)

Die finanzielle Schieflage des Zirndorfer Bibertbads ist in den Fokus der Lokalpolitik gerückt. Während das Bad bei der Bevölkerung weiterhin großen Anklang findet, belastet ein wachsendes Defizit den städtischen Haushalt massiv. Nun präsentieren verschiedene Parteien ihre Konzepte, um die Freizeiteinrichtung dauerhaft zu erhalten.

Die örtliche CSU lud kürzlich den bayerischen Finanzstaatssekretär Martin Schöffel zu einem Ortstermin ein. Wie Stadträtin Ines Spitzer erläuterte, stehe aufgrund einer Haushaltssperre und eines erheblichen Investitionsstaus sogar eine Schließung im Raum. Das jährliche Defizit bezifferte sie auf rund drei Millionen Euro. Zudem sei die Lage derart prekär, dass schon kurzfristige Ausfälle der Technik eine Schließung erzwingen könnten.

Bei dem Besuch wurde der hohe Stellenwert des Bads für Schüler, Vereine, Senioren, Hobbysportler und den Schwimmunterricht von Kindern betont. Landrat Bernd Obst, der aus der Perspektive anderer Bäder im Landkreis berichtete, machte deutlich: «Zirndorf ist Kreisstadt und muss ein attraktiver Standort bleiben.» Staatssekretär Schöffel warnte, ein reines «Weiter so» würde Strukturen gefährden. Es gehe nicht nur um Einsparungen, sondern um ein strukturiertes Gegensteuern. Solche komplexen Herausforderungen ließen sich nur in einem starken Verbund lösen. Denkbar seien Instrumente wie Stabilisierungshilfen oder eine Optimierung der Investitionsförderung, sofern die Stadt sich frühzeitig abstimme.

Um dies voranzutreiben, stellt die CSU-Fraktion nun einen Antrag. Dieser beauftragt die Stadtverwaltung, unverzüglich Gespräche mit der Regierung von Mittelfranken, der Rechtsaufsicht und dem Finanzministerium aufzunehmen. Fraktionsvorsitzender Udo Nürnberger lobte in diesem Zusammenhang, dass CSU-Bürgermeisterkandidat Tom Hesselberger seine Kontakte auf Landesebene für Zirndorf nutzbar mache. Hesselberger selbst erklärte, man müsse vom Lamentieren ins Agieren kommen. Er wolle das Bad erhalten und kündigte an, im Falle seiner Wahl am 8. März zeitnah ein tragfähiges Konzept mit dem Staatssekretär zu erarbeiten. Sein Fazit des Treffens lautete: «Man kann Probleme benennen, man kann aber auch Problemlöser kennen.»

Ein anderer Vorschlag kam von der Partei Volt auf einer eigenen Informationsveranstaltung. Christoph Müller betonte dort, das Bad sei baulich in einem guten Zustand und weise keinen Sanierungsstau auf. Allerdings bestätigte auch er den enormen Druck auf den Haushalt. Gemäß dem Geschäftsbericht von 2023 standen Einnahmen von rund 1,2 Millionen Euro Ausgaben in Höhe von fast 4,8 Millionen Euro gegenüber. Die Differenz trage die Stadt. Als größte Kostentreiber nannte Müller Personalaufwendungen in Höhe von 1,9 Millionen Euro sowie gestiegene Energiepreise, die mit 816.000 Euro zu Buche schlugen.

Um die Kosten in den Griff zu bekommen, stellte Volt-Bürgermeisterkandidat Eike Krause die Idee einer Bürgerbad-Initiative vor, die sich an Vorbildern aus Nordrhein-Westfalen orientiert. Ein solches Modell könne lokale Kräfte bündeln und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Krause unterstrich: «Wir werden hier nichts neu erfinden.» Die Partei ruft nun interessierte Bürger auf, sich online zu registrieren. Sobald 25 Mitmacher gefunden sind, soll ein erstes Treffen stattfinden.