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Rund 3.000 historische Bilder erzählen von Stein – Stadt bekommt besonderes Geschenk

19. Mai 2026
Ein historischer Bildschatz für die Stadt Stein: Der Bestand von Waldemar Knaupp umfasst rund 3.000 Fotos, Postkarten und Bilddokumente. (Foto: Archiv Waldemar Knaupp/Stadt Stein)Zum Fundus gehören auch Fotos, die beim Richtfest der TSV-Turnhalle in der Mühlstraße im Jahr 1925 entstanden sind. (Archiv Waldemar Knaupp)

Stadtgeschichte steckt nicht nur in Urkunden, Akten und Chroniken. Manchmal liegt sie in alten Ordnern, zwischen Postkarten, Schwarz-Weiß-Fotos und handschriftlichen Notizen. Die Stadt Stein hat nun einen solchen Schatz erhalten: den historischen Bildbestand von Waldemar Knaupp.

Knaupp, der am 10. Juli 2011 gestorben ist, war früher Geschäftsleitender Beamter der Stadt Stein. Viele Menschen kannten ihn als jemanden, der sich intensiv mit der Geschichte seiner Stadt beschäftigte. Über Jahre sammelte er historische Fotos, Postkarten und weitere Bilddokumente aus Stein.

Der Bestand zeigt vieles, was heute verschwunden ist oder sich stark verändert hat: Straßen, Gebäude, Betriebe, Plätze und Alltagsszenen. Gerade solche Aufnahmen sind für eine Stadt wertvoll, weil sie Entwicklungen sichtbar machen, die in schriftlichen Quellen oft nur schwer greifbar sind.

Übergeben wurden die Bilder von Knaupps Ehefrau. Dass der Bestand nun digital vorliegt, ist vor allem Erwin Kohlbeck zu verdanken. Der frühere Vorstand des Kommunalbetriebs Stein und langjährige Ersteller des Steiner Kalenders kannte Waldemar Knaupp persönlich. Für seine Kalender hatte er immer wieder auf dessen historische Bilder zurückgreifen dürfen.

«Waldemar Knaupp hatte ein unglaubliches Gespür für die Geschichte unserer Stadt. Er wusste nicht nur, was auf den Bildern zu sehen war, sondern oft auch die Geschichten dahinter», sagt Kohlbeck. Genau diese Verbindung mache die Sammlung so wertvoll.

Über viele Monate hinweg sichtete Kohlbeck den Fundus. Er scannte die Bilder, ordnete sie thematisch und versah sie mit Stichworten. So entstand nach Angaben der Stadt ein digitales Archiv mit rund 3.000 historischen Bilddokumenten.

Viele Originale waren in Ordnern abgelegt. Häufig standen auf den Bildern oder in den Unterlagen handschriftliche Hinweise. Auch diese Informationen wurden nach Möglichkeit gesichert. Sie können später helfen, Motive, Orte und Zusammenhänge genauer einzuordnen.

Die Sammlung reicht von alten Ansichten des Faberschlosses über Straßenzüge und frühere Handwerksbetriebe bis zu Aufnahmen aus Alt-Stein. Auch alte Postkarten und Bilder prägender Orte gehören dazu. Manche Motive zeigen Bereiche der Stadt, die heute kaum noch wiederzuerkennen sind.

Für Stein hat der Bestand eine besondere Bedeutung. Die Geschichte der Stadt ist eng mit Faber-Castell, dem Faberschloss und der Entwicklung der Faberstadt verbunden. Historische Bilder können zeigen, wie daraus über Jahrzehnte das heutige Stein geworden ist.

Die Stadt kann den digitalisierten Bestand künftig für Veröffentlichungen, Ausstellungen und Beiträge in ihren Medien nutzen. Damit bleiben die Bilder nicht nur erhalten, sondern können auch wieder erzählt werden.