Im Notfall zählt jede Sekunde. Eine ununterbrochene Herzdruckmassage rettet Leben, verlangt dem medizinischen Personal jedoch enorme körperliche Anstrengung ab. Auf der Intensivstation des Klinikums Fürth übernimmt diese lebensrettende Maßnahme nun ein hochmoderner Roboterarm. Eine Spende in Höhe von 17.850 Euro machte die Anschaffung des Geräts «Corpuls CPR» möglich.
Das System, das speziell für den Einsatz im Rettungsdienst, in der Luftrettung und in Kliniken entwickelt wurde, besteht im Wesentlichen aus einer Rückenplatte und einem motorisierten Arm. Die Funktionsweise ist effektiv: Bei einem Herzstillstand wird der Arm am Brustkorb des Patienten fixiert. Ab diesem Moment führt die Maschine die Herzdruckmassage automatisch, mit konstantem Druck und ohne Unterbrechung, aus. Diese Aufgabe muss bei einer herkömmlichen Reanimation zwingend von Helfern übernommen werden. Ergänzende technische Daten des Herstellers zeigen zudem, dass der vollautomatische Helfer auch für die Reanimation von Kindern ab acht Jahren zugelassen ist.
Ein entscheidender Vorteil für die Notfallmedizin ist die lückenlose Versorgung. Patienten können dank der Automatisierung fortan auch während eines Transports oder einer Verlegung innerhalb des Krankenhauses kontinuierlich reanimiert werden. Das System erlaubt den Ärzten und Pflegern zudem einen permanent freien Zugang zum Oberkörper des Patienten.
Oberarzt Dr. Ullrich Voran, Sektionsleiter der Interdisziplinären Intensivstation am Klinikum Fürth, betont den praktischen Nutzen im Klinikalltag: «Im Gegensatz zum Menschen ermüdet das Gerät nicht. Während es zuverlässig und notfalls auch über längere Zeit die Herzdruckmassage durchführt, hat das Personal Zeit, andere wichtige Aufgaben in der Patientenversorgung zu übernehmen.» Die Anschaffung sorgt somit für eine spürbare Entlastung der Belegschaft und sichert gleichzeitig die Qualität der Reanimation.
Besonders im Herzkatheterlabor entfaltet die neue Technik ihre Stärken. Da die gesamte Konstruktion samt Patientenunterlage strahlendurchlässig ist, müssen Wiederbelebungsmaßnahmen nicht mehr gestoppt werden, wenn das Röntgengerät über dem Patienten platziert wird. Dies schützt das Personal zusätzlich, da die Ärzte nicht mehr mit den Händen im direkten Strahlungsfeld arbeiten müssen.
Trotz der komplexen Technik ist das System mobil. Samt Zubehör lässt es sich kompakt in einer Tragetasche verstauen und leicht transportieren. Finanziert wurde das Reanimationsgerät vollständig durch die Gesellschaft zur Förderung des Klinikums Fürth e. V. Mit dieser Zuwendung wird der intensivmedizinische Standard am Fürther Krankenhaus durch modernste Technik nachhaltig gestärkt.
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