Die politischen Weichen für die kommenden Jahre sind gestellt. Am 12. Mai kam der neu gewählte Zirndorfer Stadtrat zu seiner ersten regulären Sitzung zusammen. Das zentrale Ereignis des Abends bildete die Vereidigung des neuen Ersten Bürgermeisters Marcus Spath. Dieser Wechsel markiert für die Stadt einen historischen Einschnitt, denn damit endet eine über 80 Jahre währende Epoche. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die SPD in Zirndorf ununterbrochen an der Macht gewesen und hatte stets den Rathauschef gestellt. Nun lenkt mit Spath ein Vertreter der Zirndorfer Bürgergemeinschaft, der ZBG, die Geschicke der Kommune.
In einem formellen Rahmen wurde Marcus Spath von Stadträtin Cornelia Thomas vereidigt, die ihm im Anschluss die offizielle Amtskette der Stadt umlegte. Direkt danach legten 14 neue Ratsmitglieder ihren Amtseid ab. Ein Großteil dieser neu gewählten Vertreter gehört der ZBG an. So zogen Jochen Felbinger, Jessica Förster, Gerd Götz, Arnulf Hirmke, Frank Loidold, Andreas Rieß, Nina Roth und Kerstin Zechentmayer in das Gremium ein. Für die CSU nahm Tom Hesselberger am Ratstisch Platz, und für die AfD wurden Günther Fröhlich, Steven Rambeck sowie Steffen Riedel vereidigt. Zudem nahmen Eike Krause für Volt und Meike Pfeffer für Die Linke ihre parlamentarische Arbeit auf.
Die Räte stimmten darüber ab, dass Zirndorf auch künftig von zwei stellvertretenden Bürgermeistern repräsentiert werden soll. Die Wahl fiel dabei auf Tom Hesselberger (CSU) als Zweiten Bürgermeister und auf Andreas Rieß (ZBG) als Dritten Bürgermeister. Nach den Glückwünschen und der Vereidigung der beiden Stellvertreter durch Marcus Spath nutzte der neue Rathauschef die Gelegenheit, um seinen Vorgängern zu danken. Er würdigte auch den jahrelangen Einsatz von Michael Maderer (CSU) und Walter Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen) im Dienste der Stadt.
Der restliche Abend war geprägt von wichtigen strukturellen Entscheidungen. Neben der Einführung einer neuen Geschäftsordnung beschloss der Stadtrat, wer künftig in den Ausschüssen sowie in den Aufsichtsräten der Stadtwerke und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft sitzt. Auch die Entsendung der Verbandsräte für den Zweckverband der Sparkasse Fürth wurde formell geregelt.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Verteilung der städtischen Ressorts. Ines Spitzer kümmert sich nun um Wirtschaft und Stadtentwicklung, während Cornelia Thomas den Bereich Umwelt und Klimaschutz übernimmt. Elke Eder verantwortet Kultur und Tourismus, Adelheid Seifert ist die erste Ansprechpartnerin für Vereine und das Ehrenamt. Gerd Götz übernimmt die Zuständigkeit für die Ortsteile, und Kerstin Zechentmayer leitet den Bereich Soziales, Jugend und Senioren.
Insgesamt zählt das neue Zirndorfer Stadtparlament 30 Köpfe plus den Ersten Bürgermeister. Die ZBG stellt mit acht Sitzen die stärkste Kraft, gefolgt von der CSU mit sieben Räten. Dahinter rangieren die SPD und die AfD mit jeweils vier Mandaten sowie die Grünen mit drei Sitzen. Komplettiert wird die politische Vielfalt im Rat durch jeweils einen Sitz für die Freien Wähler, Die Linke, die FDP und Volt.
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