Sie zerschnitten Kopien ihrer eigenen Porträts und setzten die einzelnen Teile zu neuen Selbstbildern zusammen. Damit beschäftigten sich Sofia de Feo und Ben Diekmann künstlerisch mit Identität, Menschenrechten und den gemeinsamen Werten Europas. Für ihre Ich-Collagen erhielten die beiden Neuntklässler der Realschule Zirndorf jeweils einen Landespreis beim 73. Europäischen Wettbewerb.
Entstanden sind die Arbeiten im Kunstunterricht unter der Leitung von Maria Himmler. Die Jugendlichen verwendeten Kopien ihrer eigenen Porträts, zerteilten sie und entwickelten die einzelnen Elemente mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln weiter. Anschließend setzten sie die Fragmente zu neuen Selbstbildern zusammen. Dabei musste jede Collage mit mindestens einem Menschenrecht verbunden werden.
Die Aufgabe verlangte von den Schülern nicht nur gestalterische Ideen. Sie mussten sich zugleich damit beschäftigen, was die eigene Persönlichkeit ausmacht und welche Bedeutung Rechte und europäische Werte für das Leben jedes Einzelnen haben. Die Jury würdigte beide Arbeiten mit einem Landespreis.
Überreicht wurden die Auszeichnungen bei einer Feierstunde für die mittelfränkischen Preisträger in der Maria-Ward-Schule in Nürnberg. Sofia de Feo und Ben Diekmann erhielten nach Angaben ihrer Schule Urkunden und Buchgutscheine. Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Mittelfranken, Michael Schmidt, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Wettbewerbs für die Demokratiebildung und für das Verständnis der europäischen Idee.
Für Ben Diekmanns Collage ging der Wettbewerb noch eine Stufe weiter. Seine Arbeit wurde laut Realschule der Bundesjury vorgelegt. Damit gehörte sie zu den ausgewählten Werken, die nach der Bewertung auf Landesebene noch einmal bundesweit beurteilt wurden.
Das diesjährige Motto lautete «Dein Europa: Recht, Respekt – Realität?!». Insgesamt 74.938 Schüler aus Deutschland und von deutschen Schulen im Ausland setzten sich mit 13 Aufgaben auseinander. Ihre Arbeiten beschäftigten sich unter anderem mit Kinderrechten, Meinungsfreiheit, Diskriminierung und bezahlbarem Wohnraum.
In Bayern nahmen mehr als 18.000 Schüler von 229 Schulen teil. Der seit 1953 veranstaltete Europäische Wettbewerb gilt als ältester Schülerwettbewerb Deutschlands. An der Realschule Zirndorf sind die beiden Landespreise zugleich Teil eines Europaschuljahres, in dem sich die Schüler intensiver mit der Europäischen Union, ihren Institutionen und ihren demokratischen Grundlagen beschäftigen.

