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Kreistag entscheidet über Millionen-Investition: Neuer Plan für den Sitzungssaal in Zirndorf

30. Januar 2026 ,
Auf dem Gelände des Landratsamtes in Zirndorf soll der große Sitzungssaal als Neubau auf der Tiefgarage entstehen; das benachbarte Gebäude PP7 (im Bild) ist für zusätzliche Büroräume vorgesehen. Foto: Roland BeckAuf dem Gelände des Landratsamtes in Zirndorf soll der große Sitzungssaal als Neubau auf der Tiefgarage entstehen; das benachbarte Gebäude PP7 (im Bild) ist für zusätzliche Büroräume vorgesehen. Foto: Roland Beck

Die Pläne für die Erweiterung und Sanierung des Landratsamtes Fürth am Standort Zirndorf haben sich erneut gewandelt. Nachdem der Landkreis im vergangenen Jahr das benachbarte Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) im Pinderpark erworben hatte, mussten die Architekten die Umbaumöglichkeiten neu bewerten. Wie aus einer aktuellen Presseinformation zur anstehenden Kreistagssitzung am 9. Februar 2026 hervorgeht, empfiehlt die Verwaltung nun eine neue Vorzugsvariante. Diese sieht vor, den großen Sitzungssaal als Neubau zu errichten, anstatt ihn in den Bestand zu integrieren. Der Bauausschuss hat diesem Vorgehen bereits einstimmig zugestimmt.

Ursprünglich war im März 2024 beschlossen worden, das ehemalige Madelein-Gebäude zu erwerben und dort im Dachgeschoss den neuen Sitzungssaal unterzubringen. Untersuchungen des beauftragten Architekturbüros zeigten jedoch, dass dies «nur mit Einschränkungen möglich ist». Das Problem liegt laut den Planern in der vorhandenen Tragstruktur: Stützen würden die Sicht im Sitzungssaal behindern. Zudem seien die technischen Herausforderungen derzeit nur grob abschätzbar.

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden insgesamt sechs verschiedene Varianten für das weitere Vorgehen geprüft, die von einer reinen Bestandssanierung bis hin zur Anmietung externer Räume reichten.

Als wirtschaftlichste und funktional beste Lösung kristallisierte sich die sogenannte Variante 2.1 heraus. Diese sieht vor, den Sitzungssaal als Neubau direkt am bestehenden Amtsgebäude zu errichten, und zwar auf der Fläche der Tiefgarage. Dies habe den Vorteil, dass bereits vorhandene Zugänge und Technikflächen genutzt werden könnten.

Gleichzeitig soll das erworbene Nachbargebäude saniert und vollständig für Büroräume genutzt werden. Dies schaffe dringend benötigte Ausweichmöglichkeiten für die steigende Mitarbeiterzahl und decke den Bedarf an Besprechungsräumen. Auf eine ursprünglich angedachte Erweiterung des Bürgerservice-Bereichs im Erdgeschoss des Haupthauses wird in dieser Variante hingegen verzichtet. Hierfür soll ein neues Konzept erarbeitet werden.

Die Gesamtkosten für diese empfohlene Variante werden in der Grobkostenschätzung aktuell mit rund 46,2 Millionen Euro beziffert. Damit bewegt sich das Projekt in einem ähnlichen Kostenrahmen wie die bisherige Beschlusslage, ist jedoch laut Verwaltung etwa eine Million Euro günstiger als die ursprüngliche Basisvariante des Erweiterungsbaus, die auf rund 47 Millionen Euro geschätzt wurde.

Einsparungen von rund 7,5 Millionen Euro im Vergleich zu früheren Schätzungen ergaben sich unter anderem durch den Verzicht auf eine Kantine sowie einen angepassten Ausführungsstandard bei den Büroflächen.

Ein wesentliches Argument für die Einbeziehung des Bestandsgebäudes ist die Ökobilanz. Durch die Generalsanierung des Madeleine-Gebäudes unter Erhalt der Stahlbeton-Tragkonstruktion und der Fassade können laut Verwaltung rechnerisch rund 1.500 Tonnen CO2 gegenüber einem Neubau eingespart werden.

Der Bauausschuss hat sich in seiner Vorberatung am 20. Januar 2026 bereits einstimmig für die Variante 2.1 ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Kreistag, der am 9. Februar 2026 im Rahmen seiner Haushaltssitzung über das Vorgehen abstimmen wird.