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Zentrale Anlaufstelle für Pflegefragen im Landkreis Fürth eröffnet

7. Februar 2026 , ,
Offizielle Eröffnung des neuen Pflegestützpunktes im Landratsamt Zirndorf: Die zentrale Anlaufstelle soll Bürger im Landkreis Fürth künftig neutral und kostenfrei rund um das Thema Pflege beraten. Foto: Landratsamt FürthOffizielle Eröffnung des neuen Pflegestützpunktes im Landratsamt Zirndorf: Die zentrale Anlaufstelle soll Bürger im Landkreis Fürth künftig neutral und kostenfrei rund um das Thema Pflege beraten. Foto: Landratsamt Fürth

Die Struktur der Pflegeberatung im Landkreis Fürth ist neu aufgestellt worden. Mit der offiziellen Eröffnung des Pflegestützpunktes im Landratsamt Zirndorf reagiert der Landkreis auf den steigenden Beratungsbedarf. Die neue Einrichtung soll Bürgern als zentrale, neutrale und kostenfreie Anlaufstelle dienen, um sich im komplexen System der Pflegeversicherung und Hilfsangebote zurechtzufinden.

Wer plötzlich mit dem Thema Pflege konfrontiert ist – sei es durch eigene Betroffenheit oder als Angehöriger – steht oft vor einer Vielzahl offener Fragen und bürokratischer Hürden. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat der Landkreis Fürth nun einen Pflegestützpunkt eingerichtet. Dieser befindet sich im Pinderpark in Zirndorf und nahm Ende Januar offiziell seinen Betrieb auf. Wie das Landratsamt mitteilte, zielt das Angebot darauf ab, eine unabhängige Beratung aus einer Hand zu gewährleisten.

Landrat Bernd Obst betonte im Rahmen der Eröffnung die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Angesichts der demografischen Entwicklung und des damit einhergehenden steigenden Pflegebedarfs seien verlässliche Orientierungshilfen notwendig. «Der neue Pflegestützpunkt soll eine bedarfsgerechte, ganzheitliche Pflegeberatung sicherstellen, die Versorgung im Landkreis Fürth damit verbessern und die soziale Unterstützung für Pflegebedürftige und deren Angehörige nachhaltig stärken», erklärte Obst.

Der Entscheidung zur Einrichtung des Stützpunktes ging eine längere Planungsphase voraus. Bereits im Jahr 2020 hatte eine Bedarfsanalyse ergeben, dass zwar verschiedene Stellen im Landkreis Leistungen anboten, eine zentrale Koordinierungsstelle jedoch fehlte. Nach einer Neubewertung im Sommer 2024 und der Sicherstellung der Förderung durch den Freistaat Bayern beschloss der Kreistag schließlich den Aufbau der neuen Struktur im Angestelltenmodell.

Das Angebot richtet sich an alle Einwohner des Landkreises Fürth. Laut Angaben der Kreisverwaltung stehen zwei qualifizierte Mitarbeiter bereit, die sowohl telefonisch als auch persönlich beraten. In Bedarfsfällen seien auch Hausbesuche möglich. Das thematische Spektrum der Beratung ist breit gefächert: Es reicht von allgemeinen Fragen zu Alter und Versorgung über die Klärung von gesetzlichen Ansprüchen – wie etwa Pflegegraden und Pflegegeld – bis hin zur Organisation der Pflege im häuslichen Umfeld.

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeit des Pflegestützpunktes ist die Lotsenfunktion. Die Mitarbeiter sollen Ratsuchende bei der Antragstellung unterstützen und Kontakte zu lokalen Hilfsangeboten vermitteln. Dazu zählen unter anderem Pflegedienste, Tagespflegeeinrichtungen oder Alltagsbegleiter. Ziel sei es, individuelle Lösungen zu erarbeiten und den Bürgern unnötige Wege zu ersparen.

Neben der direkten Bürgerberatung übernimmt der Pflegestützpunkt auch koordinierende Aufgaben. Die Vernetzung von medizinischen, pflegerischen und sozialen Diensten sowie die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen und der Fachstelle für pflegende Angehörige stehen dabei im Fokus. Landrat Obst wies darauf hin, dass Betroffene gerade in Akutsituationen schnell den Überblick verlieren könnten. «Der Pflegestützpunkt hilft dabei, den roten Faden zu behalten und schnell die passende Unterstützung zu finden», so der Landrat.

An der Eröffnungsveranstaltung nahmen neben Vertretern der Seniorenbeiräte auch Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster und Andreas Kaiser, Direktor der AOK Mittelfranken, teil.