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Panne: Software-Fehler führt zu verkürzten Angaben auf Stimmzetteln im Landkreis Fürth

12. Februar 2026
Im Landkreis Fürth fehlen bei 18 Kandidaten für die Kreistagswahl aufgrund eines Softwarefehlers Zusatzangaben wie Berufsbezeichnung oder Wohnort.Im Landkreis Fürth fehlen bei 18 Kandidaten für die Kreistagswahl aufgrund eines Softwarefehlers Zusatzangaben wie Berufsbezeichnung oder Wohnort.

Bei der Vorbereitung der Kreistagswahl im Landkreis Fürth ist es zu einer Panne beim Druck der Stimmzettel gekommen. Wie das Büro des Landrats bestätigt, fehlen bei insgesamt 18 Kandidaten persönliche Zusatzangaben. Ein Neudruck der Unterlagen ist aufgrund zeitlicher und logistischer Engpässe nicht mehr möglich, die Gültigkeit der Wahl sei jedoch nicht gefährdet.

Wähler im Landkreis Fürth werden auf den Stimmzetteln für die kommende Kreistagswahl bei einigen Bewerbern weniger Informationen finden als vorgesehen. Nach Angaben der Kreiswahlleitung sind von dem Fehler 18 Personen betroffen, die sich über vier verschiedene Wahlvorschläge verteilen. Konkret wurden bei diesen Kandidaten Details wie kommunale Ehrenämter, Wohnorte oder Berufsbezeichnungen nicht abgedruckt.

Der Fehler beruht laut einer offiziellen Mitteilung auf einer «unglücklichen Verkettung mehrerer Umstände». Das eingesetzte Computerprogramm zur Erstellung der Stimmzettel fügte bei besonders langen Zusatzangaben automatisch neue Zeilen ein. Da jedoch jedem Listeneintrag aus Platzgründen nur ein festes Feld mit zwei Zeilen zur Verfügung steht, wurden die automatisch generierten dritten oder vierten Zeilen schlicht abgeschnitten. Das System habe dabei keine Fehlermeldung ausgegeben, sodass die fehlenden Informationen zunächst unbemerkt blieben.

Erschwerend kam hinzu, dass das Layout der Stimmzettel kurzfristig angepasst werden musste. Hintergrund war der Wegfall eines möglichen neunten Wahlvorschlags nach der Sitzung des Kreiswahlausschusses am 20. Januar 2026. Bei der darauffolgenden Umgestaltung und dem Einfügen von Hoheitszeichen reduzierten Seitenränder die Spaltenbreite erneut, was trotz Prüfung durch mehrere Personen übersehen wurde.

Die Kreiswahlleitung hat die Verantwortung für die unbeabsichtigte Kürzung übernommen und die betroffenen Parteien sowie die Wahlämter der Gemeinden informiert. Eine Korrektur durch einen vollständigen Austausch der Stimmzettel ist laut der Behörde faktisch ausgeschlossen. Die Druckereien verfügten über keine freien Kapazitäten mehr, zudem würde ein Eildruck unverhältnismäßige Kosten verursachen. Auch ein teilweiser Austausch wurde verworfen, da dies gegen die Grundsätze des Wahlgeheimnisses und der Gleichbehandlung verstoßen würde.

Die Regierung von Mittelfranken hat als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde den Vorfall bereits bewertet. Nach deren Einschätzung liegen «keine Anhaltspunkte für eine Verzerrung des Wahlergebnisses» vor. Der Fehler habe demnach keine wahlrechtlichen Auswirkungen auf die Gültigkeit der Abstimmung.

Die Kreiswahlleitung betonte, den Vorfall sehr ernst zu nehmen. Man prüfe derzeit technische und organisatorische Maßnahmen, um derartige Fehler bei künftigen Wahlen sicher auszuschließen.