Nach seiner Wiederwahl mit deutlicher Mehrheit hat Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung die politischen Leitlinien für die kommenden Jahre umrissen. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch stellte der Rathauschef zentrale Projekte vor, die in der Legislaturperiode bis 2032 umgesetzt werden sollen. Aus dem Wahlergebnis leite er den Auftrag ab, den bisherigen Kurs fortzuführen und zugleich neue Impulse zu setzen.
Im Bereich Bildung und Betreuung setzt die Stadt auf Kontinuität und Ausbau. Die Digitalisierung der Schulen soll weiter vorangetrieben werden. Zudem stehen große Bauprojekte im Fokus, darunter die Fertigstellung des neuen Helene-Lange-Gymnasiums sowie des Heinrich-Schliemann-Gymnasiums. Auch die Hauptstelle der Volksbücherei in der Südstadt soll fertiggestellt werden.
Wirtschaftlich zielt die Stadt auf Wachstum und zusätzliche Arbeitsplätze. Die Entwicklung und Vollendung mehrerer Gewerbegebiete, darunter Golfpark, Siemensstraße sowie Main- und Rezatstraße, soll laut Stadtverwaltung zusammen mindestens 2000 neue Jobs bringen. Genannt werden unter anderem Beschäftigungseffekte bei Framatome und Siemens sowie im Hotelgewerbe. Parallel ist der Ausbau des touristischen Angebots geplant. Insgesamt sollen rund 500 neue Hotelbetten entstehen, etwa im Bereich der Hardhöhe oder am Lokschuppen. Auch die Innenstadtentwicklung bleibt ein Thema, etwa durch die Sanierung eines Woolworth-Gebäudes und die geplante Wiederbelebung eines ehemaligen Elektronikmarktes.
Im Bereich Umwelt und Mobilität setzt die Stadt auf erneuerbare Energien und Infrastruktur. Die Solarleistung soll um mindestens zehn Megawatt steigen, um die bisherige Position bei der Nutzung erneuerbarer Energien zu sichern. Zudem ist die Pflanzung von jährlich mindestens 5000 Bäumen vorgesehen. Verkehrsprojekte umfassen unter anderem Schnellradwege in Richtung Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach sowie ein neues Busnetz. Auch ein neuer Kompostplatz in Burgfarrnbach ist geplant.
Die Stadtentwicklung umfasst zahlreiche Umgestaltungen und Neubauprojekte. Dazu zählen die Fertigstellung der Hornschuchpromenade und der Willy-Brandt-Anlage sowie die Realisierung des Pegnitzquartiers mit neuer Uferpromenade. Weitere Maßnahmen betreffen den Helmplatz, die Ludwigstraße am Südausgang des Hauptbahnhofs sowie zentrale Bereiche wie die Fürther Freiheit, den Kohlenmarkt und die Königstraße.
Im Wohnungsbau plant die Stadt nach eigenen Angaben die Schaffung von rund 2000 neuen Wohnungen. Diese sollen sich auf verschiedene Standorte im Stadtgebiet verteilen, darunter das Reichsbodenfeld, die Südstadt, das Hornschuch-Campus-Areal sowie mehrere innerstädtische Lagen. Ein Teil der Projekte sieht auch sozialen oder genossenschaftlichen Wohnungsbau vor.
Auch Sport- und Freizeitangebote sollen ausgebaut werden. Vorgesehen ist unter anderem der Bau eines neuen Hallenbades am Scherbsgraben sowie die Fertigstellung weiterer Turnhallen.
Infrastrukturprojekte wie ein barrierefreier Hauptbahnhof und ein möglicher Güterzugtunnel werden von OB Jung ebenfalls genannt. Die Pläne für einen S-Bahn-Verschwenk sollen dagegen eingestellt werden.
Nach Darstellung Jungs soll die bisherige Finanzpolitik fortgesetzt werden. Diese habe in den vergangenen Jahren zu einem kontinuierlichen Schuldenabbau geführt. Gleichzeitig werde an einer wirtschaftsfreundlichen Ausrichtung festgehalten, um Investitionen in Infrastruktur sowie soziale und kulturelle Projekte zu ermöglichen.
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