Die Sanierung und Neugestaltung des Fürther Rundfunkmuseums wird voraussichtlich erneut teurer. Nach einer aktuellen Berechnung der Stadt sind seit der vergangenen Kostenfortschreibung weitere 504.207 Euro an konkret nachgewiesenen Mehrkosten hinzugekommen. Unter Einbeziehung einer vorsorglichen Reserve für mögliche weitere Baupreissteigerungen könnten sich die Gesamtkosten des Projekts auf bis zu 14.284.113 Euro brutto erhöhen.
Der Kulturausschuss soll am Donnerstag, 16. Juli, über die aktualisierte Planung beraten. Anschließend stehen die Mehrkosten am 29. Juli im Finanz- und Verwaltungsausschuss sowie im Stadtrat auf der Tagesordnung. Die Verwaltung schlägt vor, den städtischen Finanzierungsanteil in der mittelfristigen Investitionsplanung entsprechend anzupassen. Eine endgültige politische Entscheidung über die neue Kalkulation steht damit noch aus.
Die zusätzlichen Ausgaben beruhen nach Angaben der Stadt vor allem auf Erkenntnissen, die sich erst während der Arbeiten an dem denkmalgeschützten Bestandsgebäude ergeben haben. Beim Rückbau seien weitere Anforderungen an Rippendecken, Estrich, Brandschutz und die Bodenkonstruktion im Dachgeschoss sichtbar geworden. Auch im Bereich des neuen Treppenhauses seien zusätzliche Arbeiten notwendig.
SPD-Fraktionschef Maurice Schönleben erklärte auf Anfrage von Fürth Aktuell, die Mehrkosten seien für seine Fraktion tatsächlich neu. Mehrere maßgebliche Ausschreibungen hätten höhere Kosten ergeben.
«Jetzt sind ja schon Mehrkosten von 504.207 Euro eingetreten. Es kann also, muss aber nicht, auf bis zu 14.284.113 Euro steigen», sagte Schönleben. Er verwies zugleich darauf, dass in der möglichen Gesamtsumme auch vorsorglich berechnete Preissteigerungen und Baupreisreserven enthalten seien.
«Ärgerlich ist, dass bei solchen Projekten, die sich auch über Jahre ziehen und wo es leider auch Verzögerungen gab, die Förderungen von Bund und Land nicht mitsteigen, sondern festgeschrieben sind», sagte Schönleben. Die Mehrkosten müsse deshalb nach seiner Einschätzung allein die Kommune tragen.
Max Ammon, Fraktionschef der CSU, zeigte sich von der Entwicklung dagegen nicht grundsätzlich überrascht. Seine Fraktion habe bereits nahezu damit gerechnet, dass der veranschlagte Kostenrahmen nicht eingehalten werden könne. Grund seien aus seiner Sicht nicht nachträglich eingeplante Besonderheiten, sondern die Risiken von Umbauten im Bestand.
«In der momentanen finanziellen Situation sind solche Steigerungen sehr schmerzhaft», sagte Ammon. Die CSU stehe dennoch weiterhin hinter dem Projekt. Zugleich hoffe die Fraktion, dass während des weiteren Umbaus keine zusätzlichen Probleme mehr zum Vorschein kämen.
Positiv wertete Ammon, dass die Wiedereröffnung weiterhin für 2027 vorgesehen sei und der Zeitplan damit nach aktuellem Stand eingehalten werde.
Für Maßnahmen an der Baukonstruktion werden rund 116.500 Euro zusätzlich angesetzt. Deutlich größere Beträge entfallen allerdings auf die Planung. Für zusätzliche Leistungen der Objektplanung sind rund 183.100 Euro vorgesehen. Weitere etwa 99.400 Euro werden für Fachplanungen benötigt, darunter für Heizung, Lüftung, Sanitär, Küche und Tonstudio.
Hinzu kommen Kosten, die aus der verlängerten Projektlaufzeit entstehen. Für Administration, Koordination und technische Betreuung sind zusätzlich rund 69.000 Euro eingeplant. Ein weiteres Versicherungsjahr schlägt mit etwa 19.300 Euro zu Buche. Auch Gutachten, wissenschaftliche Mitarbeit, verlängerte Stellplatzmieten und allgemeine Baunebenkosten erhöhen die Rechnung.
An einzelnen Stellen fielen die Ausgaben dagegen geringer aus als zunächst erwartet. Bei den technischen Anlagen ergaben die Vergaben eine Entlastung von rund 25.000 Euro. Die aktuelle Berechnung für die Museumsküche liegt etwa 9.550 Euro unter dem zuvor angesetzten Betrag. Diese Einsparungen gleichen die zusätzlichen Belastungen jedoch nur teilweise aus.
Das Museum in der ehemaligen Grundig-Direktion wird grundlegend saniert und inhaltlich neu ausgerichtet. Neben einer neuen Dauerausstellung sind unter anderem ein Café, ein Tonstudio, ein Veranstaltungsraum, eine Werkstatt und ein Klanggarten vorgesehen. Künftig soll die Einrichtung den Namen «Neues Rundfunkmuseum Fürth – Haus des Hörens» tragen.

