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Tierheim-Tiere bei IKEA Fürth: Warum der örtliche Tierschutz nicht dabei ist

15. Juli 2026, 10:45 Uhr ,
IKEA bewirbt im Fürther Einrichtungshaus Tiere aus Erlangen und Hersbruck, das Tierschutzhaus Fürth ist an der Aktion nicht beteiligt. (Foto: Ikea Deutschland)IKEA bewirbt im Fürther Einrichtungshaus Tiere aus Erlangen und Hersbruck, das Tierschutzhaus Fürth ist an der Aktion nicht beteiligt. (Foto: Ikea Deutschland)

Aktualisiert am 7.8.2026 12:06 Uhr
IKEA wirbt in seinem Fürther Einrichtungshaus mit Steckbriefen heimatloser Tiere aus Erlangen und Hersbruck. Das örtliche Tierschutzhaus wurde nicht beteiligt und hält Verkaufsräume für die Vorstellung einzelner Tiere nur bedingt für geeignet. IKEA erklärt nun, wie die Kooperation zustande gekommen ist.

Zwischen Möbeln und Wohnaccessoires macht IKEA in Fürth derzeit auf Tiere aufmerksam, die ein neues Zuhause suchen. In den Verkaufsräumen sind Steckbriefe und QR-Codes von Tieren aus Erlangen und Hersbruck zu sehen. Das Tierschutzhaus Fürth ist an der Aktion dagegen nicht beteiligt.

Nach Angaben des Fürther Vereins hatte IKEA im Vorfeld keinen Kontakt aufgenommen. Einen Vorwurf leitet das Tierschutzhaus daraus allerdings nicht ab. Der Verein beherberge keine Hunde und sei zudem nicht mit der Größe städtischer Tierheime vergleichbar, erklärte Michaela Pfaff vom Tierschutzhaus Fürth auf Anfrage von Fürth Aktuell.

Inzwischen hat auch IKEA die Hintergründe der Zusammenarbeit erläutert. Demnach gab es keinen Auswahlprozess, bei dem verschiedene Tierheime miteinander konkurrierten. Die Initiative sei vielmehr vom Tierheim Hersbruck ausgegangen.

«Das Tierheim hatte die Aktion bei einer anderen Einrichtung gesehen und uns darauf angesprochen», erklärt das IKEA-Presseteam. Gemeinsam habe man anschließend Möglichkeiten für eine Umsetzung in der Region geprüft. Im weiteren Verlauf sei auch das Tierheim Erlangen als Partner hinzugekommen.

Das Tierschutzhaus Fürth sei deshalb nicht aus einem Auswahlverfahren ausgeschlossen worden. IKEA betont zugleich, die Arbeit aller regionalen Tierschutzorganisationen zu schätzen. Weitere Kooperationen seien künftig grundsätzlich denkbar.

Die grundsätzliche Idee, dem Tierschutz mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, bewertet auch Pfaff positiv. Nahezu jede Plattform könne dazu beitragen, die Arbeit von Tierheimen ins Gespräch und stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Bei der Vorstellung einzelner Tiere im Möbelhaus zieht sie jedoch eine klare Grenze.

«Für die Vorstellung einzelner Tiere oder gar die Vermittlung eignen sich nach meiner Meinung Kaufhäuser nicht», erklärt Pfaff. Nach ihrer Beobachtung werden Hunde und Katzen seit der Corona-Pandemie wieder häufiger unüberlegt angeschafft und ebenso schnell wieder abgegeben. «An manchen Tagen möchte man meinen, die Tiere sind nicht mehr wert als ein paar neue Strümpfe oder ein neuer Teppich», sagt Pfaff. Gerade deshalb dürfe die Vermittlung nicht den Eindruck einer spontanen Konsumentscheidung erwecken.

«Gefällt heute und ist morgen eher lästig, ist jetzt niedlich, soll aber auf keinen Fall Kosten verursachen», so Pfaff. Heute sei es möglicherweise die süße Katze, im kommenden Jahr dann doch lieber der sportliche Hund.

Vor Corona habe im Tierschutz die Hoffnung bestanden, dass sich Menschen vor der Anschaffung stärker mit den langfristigen Folgen beschäftigen. Dazu gehörten etwa die Fragen, was bei Urlaub, Krankheit oder einem Umzug mit dem Tier geschehe und welche Kosten dauerhaft entstünden.

IKEA betont dagegen, dass die Aktion nicht auf spontane Vermittlungen im Einrichtungshaus ziele. Konkrete Vermittlungszahlen habe man sich bewusst nicht gesetzt. Im Mittelpunkt stehe vielmehr, Tieren zusätzliche Sichtbarkeit zu verschaffen und Menschen für das Thema Adoption zu sensibilisieren.

Als Erfolg werte IKEA die Initiative bereits dann, wenn sie Aufmerksamkeit schaffe und Gespräche anstoße. Eine tatsächliche Vermittlung erfolge weiterhin erst nach Prüfung durch das jeweilige Tierheim. Jede erfolgreiche Adoption sei darüber hinaus ein positives Ergebnis.

Im Tierschutzhaus Fürth warten derzeit nach Angaben des Vereins auch mehrere Rassekatzen und Tiere aus sogenannten Qualzuchten auf geeignete Halter. Bei ihnen sei mit höheren gesundheitlichen Belastungen und entsprechenden Folgekosten zu rechnen. Gerade deshalb seien eine sorgfältige Beratung und passende Adoptanten besonders wichtig.

Ausgeschlossen oder übergangen fühlt sich der Fürther Verein durch die IKEA-Aktion nach eigenen Angaben nicht. Diese Form der Präsentation sei für das Tierschutzhaus vermutlich ohnehin nicht geeignet. Denkbar seien dagegen Aushänge mit dem Logo des Vereins sowie Hinweisen auf dessen Internetseite und Social-Media-Angebote.

Wer das Tierschutzhaus in Fürth kennenlernen möchte, kann dies mittwochs von 17 bis 19 Uhr oder samstags von 14 bis 16 Uhr tun. Bei Interesse an einem bestimmten Tier bittet der Verein um telefonische Terminreservierung unter 0911 7659112. Die Einrichtung informiert außerdem auf ihrer Webseite sowie bei Facebook und Instagram.

Parallel zu der Vermittlungsaktion hat IKEA seine Häuser in Deutschland seit dem 15. Juni 2026 generell für Hunde geöffnet. Die Tiere dürfen unabhängig von Größe und Rasse angeleint oder in geeigneten Transportbehältnissen mitgebracht werden. Ausgenommen sind unter anderem die Ausgabebereiche des Restaurants, das Schwedenbistro, der Schwedenshop und das Småland. Auch während der wöchentlichen «Stillen Stunde» mittwochs von 17 bis 19 Uhr sind Hunde zugelassen. Vor den Einrichtungshäusern stellt IKEA weiterhin Wassernäpfe und Anleinmöglichkeiten bereit.

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