Auf einigen grünen und weißen Fanartikeln ist der Wunsch bereits zu lesen: «SpVgg Fürth». Noch trägt der Fußballverein offiziell den Namen SpVgg Greuther Fürth. Doch im November sollen die Mitglieder darüber abstimmen, ob das «Greuther» nach rund drei Jahrzehnten wieder verschwindet. Die Befürworter der Rückbenennung wollen nun beweisen, dass ihr Vorhaben nicht an den Kosten scheitern muss, wie sie bei einer Pressekonferenz im „Grünen Baum“ berichteten.
Unter dem Namen «CrowdFANding» hat die Initiative «Zurück zur SpVgg Fürth» eine Sammelaktion auf der Plattform Startnext gestartet. Vom 5. September bis zum 25. Oktober 2026 sollen mindestens 150.000 Euro zusammenkommen. Das ist ein beträchtlicher Betrag, deckt aber nach den Berechnungen der Initiatoren nur einen Teil der möglichen Gesamtkosten.
Rund 400.000 Euro könnte es demnach kosten, den alten Namen wieder sichtbar zu machen. Denn mit einem Beschluss und einem neuen Briefkopf wäre es nicht getan. Spielkleidung müsste ausgetauscht werden, ebenso Schilder und zahlreiche weitere Gegenstände, auf denen heute «SpVgg Greuther Fürth» steht.
Unterstützer können bei der Aktion Geld einzahlen. Für verschiedene Beiträge gibt es Erinnerungsstücke wie Wimpel, Retro-Schals oder T-Shirts. Ein eigens für die Kampagne entworfener Wimpel wird etwa ab 25 Euro angeboten. Das Crowdfunding-Projekt ist bei Startnext unter «Zurück zur SpVgg Fürth» zu finden.

Die Diskussion reicht weit zurück. Im Jahr 1996 kam die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth zur SpVgg Fürth. Seither heißt der Verein SpVgg Greuther Fürth. Für viele Anhänger blieb der Zusatz jedoch ein Fremdkörper. Die Initiative kämpft deshalb seit Jahren dafür, dass der Verein wieder unter seinem früheren Namen antritt.
Inzwischen rückt die Entscheidung näher. Am Wochenende des 7. und 8. November ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung geplant. Dort sollen die Mitglieder über den Antrag zur Rückbenennung abstimmen. Der genaue Tag steht noch nicht fest, weil die Mannschaft an diesem Wochenende auswärts bei Dynamo Dresden spielt. Die Versammlung soll auf den spielfreien Tag gelegt werden.
Die Befürworter sehen sich vor der Abstimmung im Aufwind. Nach ihren Angaben hat der Verein seit der Pressekonferenz im vergangenen Jahr etwa 2000 neue Mitglieder aufgenommen. Die Initiative führt den Zuwachs zumindest teilweise auf die Debatte über den Vereinsnamen und die stärkere Beteiligung der Fans am Vereinsleben zurück.
Für das Ergebnis bedeutet das noch keine Vorentscheidung. Jedes Mitglied entscheidet selbst, und auch die Finanzierung bleibt eine offene Frage. Die 150.000 Euro aus der Sammelaktion sollen vor allem zeigen, wie groß die Bereitschaft ist, nicht nur für die Rückbenennung zu stimmen, sondern sich auch finanziell an deren Folgen zu beteiligen.
Dabei treffen zwei unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Die einen verbinden den Namen SpVgg Fürth mit den historischen Wurzeln des Vereins und einem Stück Fürther Identität. Andere sehen «Greuther Fürth» als Namen, unter dem der Klub sportliche Erfolge gefeiert und sich bundesweit einen festen Platz erarbeitet hat.
Am Ende werden weder Schals noch Wimpel über den Namen entscheiden. Maßgeblich sind die Stimmen bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Bis dahin soll das «CrowdFANding» eine andere Frage beantworten: Wie viel ist den Anhängern die Rückkehr zur SpVgg Fürth tatsächlich wert?

