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Stadttheater Fürth erlebt Besucherboom: So erfolgreich war die vergangene Spielzeit

15. Oktober 2026, 20:14 Uhr ,
Das Stadttheater Fürth blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit 2025/2026 zurück. Knapp 103.000 verkaufte Eintrittskarten und eine Auslastung von 76 Prozent gehören zu den besten Ergebnissen der vergangenen Jahrzehnte. Foto: Roland BeckDas Stadttheater Fürth blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit 2025/2026 zurück. Knapp 103.000 verkaufte Eintrittskarten und eine Auslastung von 76 Prozent gehören zu den besten Ergebnissen der vergangenen Jahrzehnte. Foto: Roland Beck

So viele Eintrittskarten wurden am Stadttheater Fürth seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr verkauft. Knapp 103.000 Tickets gingen in der Spielzeit 2025/2026 über den Tresen oder wurden auf anderem Weg gebucht. Dabei standen insgesamt 249 Vorstellungen auf dem Programm. Ein ähnlich gutes Ergebnis findet sich in den bekannten Vergleichszahlen erst wieder für die Saison 2006/2007. Damals wurden rund 104.000 Karten verkauft, allerdings bei 20 zusätzlichen Vorstellungen.

Für das Theater ist die Entwicklung besonders bemerkenswert, weil die Nachfrage inzwischen deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie liegt. In der Spielzeit 2018/2019 waren rund 87.000 Eintrittskarten verkauft worden. Seither ist die Zahl um etwa 18 Prozent gestiegen.

Auch die Plätze im Zuschauerraum blieben seltener leer. Die durchschnittliche Auslastung erreichte zuletzt 76 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte sie noch bei rund 65 Prozent gelegen. Damit waren bei den Aufführungen im Durchschnitt mehr als drei Viertel der verfügbaren Plätze besetzt.

Und selbst diese Zahlen zeigen nicht das gesamte Bild. Wer beispielsweise ein Publikumsgespräch besuchte, an einem Workshop teilnahm oder zu einer Einführung ins Theater kam, taucht in der Statistik der verkauften Eintrittskarten nicht auf. Tatsächlich erreichte das Haus deshalb noch mehr Menschen.

Wie zufrieden die Besucher mit dem Angebot sind, wollte das Stadttheater im Sommer genauer wissen. Rund 300 Menschen beteiligten sich an einer Befragung. Das Ergebnis fiel überwiegend positiv aus.

Etwa neun von zehn Befragten würden das Stadttheater weiterempfehlen. Fast ebenso viele fühlen sich dort wohl oder sehr wohl. Auch das künstlerische Angebot kommt gut an: 85 Prozent bewerteten das Programm mit gut oder sehr gut.

Etwas zurückhaltender fiel das Urteil über die Eintrittspreise im Verhältnis zum Angebot aus. Mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis waren 70 Prozent zufrieden. Dass das Theater eine wichtige Rolle für Fürth spielt, bejahten 82 Prozent.

Allerdings lassen sich die Antworten nicht ohne Weiteres auf sämtliche Theaterbesucher übertragen. Dafür fehlen Angaben zur Repräsentativität der Untersuchung. Die Befragung soll auch während der neuen Spielzeit weiterlaufen.

Die Antworten zeigen zudem, welche Erwartungen das Publikum an die künstlerische Ausrichtung hat. Bei der Frage nach Eigenproduktionen und Gastspielen sprach sich eine deutliche Mehrheit für einen abwechslungsreichen Spielplan aus. 72 Prozent wollen beides sehen.

Besonderes Interesse besteht an Konzerten und zeitgenössischen Schauspielstücken. Weniger gefragt ist unter den untersuchten Sparten das Puppen- und Figurentheater. Ein Wunsch tauchte dagegen häufiger auf: mehr Musicals.

Dabei geht es vielen Besuchern offenbar um mehr als einen unterhaltsamen Abend. Neben kulturellen Erlebnissen erwarten sie auch anspruchsvolle Inszenierungen, neue Sichtweisen und Anregungen zum Nachdenken. Das Theater soll gleichermaßen unterhalten und Denkanstöße geben.

Eine weitere Erkenntnis dürfte gerade im digitalen Zeitalter überraschen. Wer Menschen für einen Theaterbesuch gewinnen möchte, erreicht sie offenbar weiterhin gut mit einem gedruckten Programmheft. 62 Prozent der Befragten lassen sich nach eigenen Angaben vom Spielzeitheft zu einem Besuch anregen. Die Internetseite nannten dagegen 35 Prozent.

Auch die Verkehrsmittelwahl wurde untersucht. Fast die Hälfte der Befragten, nämlich 48 Prozent, reist mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. 38 Prozent nutzen das Auto. Das im Eintrittspreis enthaltene VGN-Kombiticket wird von rund 45 Prozent in Anspruch genommen.

Für das Stadttheater beginnt die neue Spielzeit damit unter günstigen Vorzeichen. Am 16. Oktober steht beispielsweise die Premiere von «Girl from the North Country» auf dem Spielplan, einem Schauspiel mit Musik von Bob Dylan.

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