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Spielwarenhändler Rofu meldet Insolvenz an – was bedeutet das für die Filiale in Fürth?

25. Januar 2026 ,
ROFU Kinderland hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet – der Verkauf in der Filiale in Fürth läuft vorerst weiter. Foto: RofuROFU Kinderland hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet – der Verkauf in der Filiale in Fürth läuft vorerst weiter. Foto: Rofu

Der Spielwarenhändler ROFU Kinderland, seit Jahrzehnten eine feste Größe im stationären Einzelhandel in Süddeutschland, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Für viele Familien mit Kindern gehört der Besuch der Märkte seit Jahren selbstverständlich zum Einkaufsalltag. Auch in Fürth betreibt das Unternehmen eine Filiale. Diese befindet sich im Phönix-Center in der Waldstraße. Wie geht es dort nun weiter?

Die Ausgangslage: Das zuständige Amtsgericht Idar-Oberstein ordnete das vorläufige Insolvenzverfahren an. Das Unternehmen mit mehr als 100 Filialen und rund 2.000 Mitarbeiter begründet den Schritt unter anderem mit einem schwachen Weihnachtsgeschäft, einer anhaltenden Kaufzurückhaltung der Kundschaft sowie deutlich gestiegenen Kosten für Logistik, Mieten und Personal. Hinzu komme der intensive Wettbewerb durch Onlinehändler und große Handelsketten.

Bei der gewählten Form der Insolvenz handelt es sich um eine Eigenverwaltung. Das bedeutet, dass die Geschäftsführung weiterhin im Amt bleibt und gemeinsam mit Restrukturierungsexperten und einer gerichtlich bestellten Sachwalterin an einer Sanierung arbeitet. Ziel ist es, einen Investor zu finden, der den Geschäftsbetrieb langfristig sichert. Währenddessen sollen alle Filialen sowie der Onlineshop regulär weitergeführt werden. Die Gehälter der Mitarbeitenden sind für mindestens drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert.

Für Kunden in Fürth ändert sich somit zunächst nichts. Die Filiale ist geöffnet, Ware wird verkauft, der Geschäftsbetrieb läuft wie gewohnt. Offizielle Ankündigungen über mögliche Schließungen einzelner Standorte gibt es bislang nicht. Gleichwohl hängt die Zukunft aller Märkte vom Verlauf der Sanierung und von der Investorensuche ab. Sollten diese Bemühungen scheitern, wären Filialschließungen grundsätzlich nicht auszuschließen.

Gerade in Fürth ist die Situation für ROFU zudem von einem verschärften Wettbewerbsumfeld geprägt. Seit dem 29. November 2024 betreibt die internationale Spielwarenkette Smyths Toys eine große Filiale im Einkaufszentrum Flair. Für viele Familien stellt sich damit eine neue Alternative direkt in der Innenstadt. Der Konkurrenzdruck für den traditionsreichen Anbieter ist damit vor Ort spürbar gestiegen.

Die Insolvenz trifft ein Unternehmen mit bemerkenswerter Geschichte. Gründer Eberhard Fuchs begann bereits 1962 im Alter von 18 Jahren mit dem Handel von Spielwaren. Zunächst bestückte er SB-Märkte in ganz Deutschland mit selbst importierter Ware und belieferte Schausteller mit preisgünstigem Spielzeug. 1984 eröffnete er in Birkenfeld an der Nahe das erste ROFU Kinderland. Daraus entwickelte sich über Jahrzehnte eine erfolgreiche Handelskette mit mehr als 90 Filialen in der Südhälfte Deutschlands.

Eberhard Fuchs verstarb am 11. August 2020 im Alter von 76 Jahren. Bereits zuvor hatte er sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und die Leitung an seinen Sohn Michael sowie die Geschäftsführer Frank Schröder, Wolfgang Alt und Michael Edl übergeben.

Zumindest kurzfristig bleibt ROFU in Fürth ein normaler Anlaufpunkt für den Spielwareneinkauf. Mittel- und langfristig hängt die Zukunft jedoch davon ab, ob es gelingt, das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen. Für die Mitarbeiter in Fürth bedeutet das Verfahren zunächst Sicherheit durch das Insolvenzgeld, aber auch Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Für die Kundschaft bleibt abzuwarten, ob der Standort dauerhaft bestehen bleibt oder ob sich die Einzelhandelslandschaft in Fürth im Spielwarensegment weiter verändert.

Die Insolvenz von ROFU steht damit beispielhaft für die angespannte Lage im stationären Einzelhandel, der sich zwischen Onlinehandel, steigenden Kosten und wachsendem Wettbewerb behaupten muss.