Für sein langjähriges Engagement in der Arbeit für Menschen mit Behinderung ist der Fürther Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung geehrt worden. Wie die Lebenshilfe Fürth mitteilte, verlieh die Bundesvereinigung Lebenshilfe dem SPD-Politiker die Goldene Ehrennadel. Jung steht dem Aufsichtsrat des Fürther Vereins seit 30 Jahren vor und hat in dieser Zeit die strukturelle Entwicklung der Organisation maßgeblich mitgestaltet.
Die Auszeichnung wurde durch Robert Wäger, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Lebenshilfe, übergeben. Wäger würdigte dabei die Kontinuität und Haltung Jungs, der die Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe in der Stadt nicht nur begleitet, sondern aktiv vorangetrieben habe.
In den drei Jahrzehnten unter Jungs Aufsichtsratsvorsitz wuchs die Lebenshilfe Fürth zu einem Sozialunternehmen, das heute nach eigenen Angaben über 600 Mitarbeiter beschäftigt und rund 1500 Menschen in verschiedenen Lebensphasen betreut. Zu den Meilensteinen dieser Ära zählen laut Verein die Eröffnung des Sternstunden-Kindergartens im Jahr 1998 sowie der Aufbau der ersten Förderstätte für Erwachsene mit komplexem Assistenzbedarf ein Jahr später.
Auch die wirtschaftlichen Kennzahlen spiegeln das Wachstum wider. Während der Gesamtumsatz im Jahr 1995 noch bei 21 Millionen D-Mark lag, verzeichnet der Verein für das Jahr 2024 einen Umsatz von über 35 Millionen Euro.
Ein Fokus der Arbeit lag auf der Schaffung von Einrichtungen, die Inklusion im Alltag sichtbar machen. Als Beispiele nennt der Verein das «Ludwigscafé» (ehemals Café SAMOCCA) am Bahnhofsplatz sowie das inklusive Mittagsrestaurant im Finanzamt. Zudem entstanden unter Jungs Mitwirkung Wohnstätten in der Fronmüllerstraße und am Marsweg sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum in Oberasbach.
Kulturelle Projekte ergänzten die baulichen Maßnahmen. So ging aus der musikalischen Ausbildung «Berufung Musiker» die inklusive Band «Vollgas» hervor, die Auftritte im Bayerischen Landtag und im Bundestag absolvierte.
Dr. Jung betonte anlässlich der Ehrung den persönlichen Wert dieser Tätigkeit. «Die Arbeit mit und für Menschen mit Handicap ist für mich eine große Bereicherung», sagte der Oberbürgermeister. Er schätze die Ehrlichkeit und Direktheit der Menschen und hob die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Geschäftsführung und Vorstand über die vergangenen 30 Jahre hervor.
Mit dem Projekt «Fürth Für Alle – Aktionsplan Inklusion» wurden die Belange von Menschen mit Behinderung auch auf städtischer Ebene strategisch verankert. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe sieht in der Verleihung der Goldenen Ehrennadel eine Würdigung dafür, dass Jung das Thema Teilhabe nachhaltig in das Bewusstsein der Stadtgesellschaft gerückt habe.
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